FAQ für PiA

Darf mein Arbeitgeber mir als PiA einen Bonus anbieten, damit ich mich impfen lasse?
Manche Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten neben der Freistellung zum Impftermin auch eine Bonuszahlung an, wenn sie sich impfen lassen. Gegen eine solche “Impf-Prämie“ ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie fördert ein legitimes Anliegen und stellt die Beschäftigten insgesamt finanziell besser.

Stand: 14.12.2021

Gibt es niederschwellige Beratungsangebote für Menschen mit psychischen Problemen im Zusammenhang mit der Corona-Krise?

Die Uni Witten/Herdecke und der Arbeiter Samariter Bund (ASB) Witten haben ein psychosoziales Beratungsangebot gestartet. Das ehrenamtliche Projekt „Offenes Ohr“ wird von Psychologiestudierenden der Universität Witten sowie Kräften des ASB betreut. Mehr zu diesem regionalen Projekt können Sie hier lesen: Offenes Ohr.

Die KV-Nordrhein bietet über die 116 117 eine psychologische Beratung, und die KV-Bayern bietet ein psychotherapeutisches Unterstützungsangebot per Video.

Auch Baden-Württemberg hat eine Hotline zur psychosozialen Beratung eingerichtet unter der kostenfreien Nummer 0800 377 377 6. Expertinnen und Experten stehen dort täglich von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung.

Welche besonderen Hygienemaßnahmen sind neben der Händedesinfektion bei der Behandlung von Kindern zu beachten und wie kann ich sie einhalten?

Das Therapie-Spielzeug sollte nach jeder Behandlung gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Alternativ können die Kinder eingeladen werden, ihr eigenes Spielzeug mitzubringen. Das Sandspiel sollte auf Grund der begrenzten Reinigungsmöglichkeiten aktuell ausgesetzt werden. Die empfohlene Abstandsregelung von mindestens 1,5 Meter sollte so weit wie möglich eingehalten werden. All diese Maßnahmen müssen mit den Kindern altersgerecht in der Therapie besprochen werden. Weitere Hinweise und Tipps finden Sie auf den FAQ-Seiten des bvvp (Link: https://bvvp.de/corona-virus/ )

Bundesvorstandsmitglied Ariadne Sartorius hat ein hilfreiches Dokument dazu erstellt: Empfehlungen zur Ansteckungsvermeidung in KJP-Praxen.

Ich kann als KJP einige Patient*innen aktuell nicht behandeln, da sie die Hygieneregeln auf Grund ihres Alters nicht einhalten können. Was kann ich tun?

Gerade Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen brauchen in Krisenzeiten feste Bezugspersonen und ein vertrautes Umfeld. Deshalb sollten Sie versuchen, mit Ihrem Institut eine Möglichkeit zu finden, um die Behandlung fortzusetzen. Um Einzelsitzungen vorübergehend in Bezugspersonenkontakte umzuwandeln, stellt der bvvp eine Briefvorlage für die Krankenkassen bereit.

Was kann ich tun, wenn ich meine Ausbildungsgebühren nicht mehr bezahlen kann?

Wenn Sie deutliche Einnahmeeinbußen durch die aktuelle Notsituation haben, sollten Sie das Institut um einen Zahlungsaufschub bitten. Die meisten Ausbildungsverträge sehen diese Möglichkeit in Ausnahmefällen vor.

Was kann ich als PiA tun, wenn ich wegen Corona Schwierigkeiten in meiner Ausbildung bekomme?

Die aktuelle Situation ist bisher einmalig, weshalb es auf viele Fragen keine eindeutigen oder allgemein gültigen Antworten gibt. Es ist nun umso wichtiger, dass Sie sich vernetzen und regelmäßig informieren.

Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband bietet jetzt besonders viele Vorteile, da Sie regelmäßig per Email auf die neuesten Entwicklungen aufmerksam gemacht werden. Aber auch Facebook-, Mail- und WhatsApp-Gruppen können helfen, Erfahrungen auszutauschen und Argumente zu sammeln.

PiA können während der Zeit ihrer Ausbildung kostenfrei Mitglied im bvvp sein. Unterstützung erfahren Sie bei uns in allen Belangen Ihrer Ausbildung auch im Jungen Forum des bvvp. Schreiben Sie uns eine Mail, wenn Sie weitere Informationen benötigen: bvvp@bvvp.de

 

 

Mein Institut wurde wegen eines Verdachtsfalls (Mitarbeiter*in in Quarantäne) geschlossen. Habe ich Anspruch auf einen Ausgleich, weil ich keine Behandlungen durchführen kann?

Wird der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet, besteht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz). Das gilt für Arbeitgeber*innen wie Arbeitnehmer*innen. Da die PiA an ihren Instituten nicht immer angestellt sind, kann man nur empfehlen, das Institut darauf anzusprechen, welche finanziellen Einbußen Sie haben und wie Sie als PiA an den Entschädigungszahlungen beteiligt werden.

Meine Station/Klinik wurde wegen Corona im Lockdown geschlossen. Kann ich die Stunden jetzt noch für die Praktische Tätigkeit anrechnen lassen?

Bei den Stundenvorgaben für die Praktische Tätigkeit handelt es sich grundsätzlich um Präsenzzeiten. Das heißt jedoch nicht, dass bestimmte Tätigkeiten wie die Vor- und Nachbereitung von Therapien, die Überarbeitung von Konzepten und Therapiematerialien oder das Literaturstudium zwingend in der Klinik absolviert werden müssen. Bestimmte Tätigkeiten ohne Patient*innenkontakt wie das Üben von Testdiagnostik mit Kolleg*innen gehören zur Ausbildung dazu.

Sie sollten sich rechtzeitig um individuelle Lösungen mit der Klinikleitung und dem Institut kümmern. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die jeweiligen Tätigkeiten für die PT anrechnen lassen können, sollten Sie alles umso sorgfältiger dokumentieren, um eventuell die Anerkennung für die „Freie Spitze“ zu erlangen.

Durch die aktuelle Situation habe ich deutliche Einbußen in meinen Einnahmen. Habe ich als PiA eigentlich Anspruch auf staatliche Fördergelder?

Hilfen für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige können nach Auskunft des BMWI/der Wirtschaftsbehörde Hamburg auch PiA beantragen, wenn die Praktische Ausbildung (Ambulanzstunden) beim Finanzamt als angemeldete Selbstständigkeit im Haupterwerb ausgeführt wird. Das heißt, dass mehr als 20 Wochenstunden in diesem Bereich gearbeitet werden und mehr als die Hälfte des Einkommens aus dieser Tätigkeit stammen müssen. Genauere Informationen zu den Anträgen finden sich auf den Seiten der Wirtschaftsministerien bzw. Wirtschaftsbehörden der Länder.

Es besteht die Möglichkeit, dass Kleinstunternehmer aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe mit der sogenannten Überbrückungshilfe unterstützt zu werden.

Für Unternehmen wird das bewährte und aktuell geltende Instrument der Überbrückungshilfe III Plus als Überbrückungshilfe IV für die Monate Januar bis Ende März 2022 fortgeführt. Ebenso wird die aktuell geltende Neustarthilfe Plus für Selbständige für die Monate Januar bis Ende März 2022 fortgeführt.

Informationen zu den Überbrückungshilfen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Finanzen.

Weitere Infos finden Sie unter anderem auf den Seiten der Gewerkschaft VERDI.

In meinem Institut gibt es nicht genügend Computerarbeitsplätze oder die Internetverbindung ist für Video-Therapiesitzungen regelmäßig überlastet. Was kann ich tun?

Für die Durchführung von Videosprechstunden braucht man in der Regel nur ein Smartphone, sodass die Nutzung privater Geräte in den Ambulanzräumen gestattet werden sollte. Die Überlastung der Internetverbindung betrifft im Moment auch die niedergelassenen Kolleg*innen. Leider scheint hier keine kurzfristige Lösung in Sicht. Einige Institute bieten das Ausweichen in Stern- oder Außenambulanzen an. Sie sollten hier das direkte Gespräch mit der Leitungsebene suchen.

Was muss ich bei der Videosprechstunde beachten?

Auch wenn die Ausbildungsinstitute keine Kooperationspartner der KV sind, ist es notwendig, für die Videobehandlung einen von der KV zertifizierten Anbieter zu nutzen. Die aktuelle Liste der zertifizierten Anbieter findet sich auf der Seite der KBV zur Videosprechstunde.

Es ist klar, dass sich das Ausbildungsinstitut um einen passenden Anbieter kümmern muss und nicht die Ausbildungsteilnehmer*innen. Wichtig ist auch hier immer die Einhaltung der Schweigepflicht und des Datenschutzes!

Durch die aktuelle Situation habe ich deutliche Einbußen in meinen Einnahmen. Habe ich als PiA Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich durch die KV?

Da die Ausbildungsinstitute keinen Vertrag mit der KV haben, können PiAs diesen Topf nicht nutzen. Deshalb sollten sich die Institute an ihre jeweiligen Vertragspartner wenden, wie zum Beispiel den Verband der Ersatzkassen, und sich dort nach einer Lösung erkundigen.

Auch staatliche Hilfen für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige können PiA nach Auskunft des BMWI/der Wirtschaftsbehörde Hamburg beantragen, wenn die Praktische Ausbildung (Ambulanzstunden) beim Finanzamt als angemeldete Selbstständigkeit im Haupterwerb ausgeführt wird. Das heißt, dass mehr als 20 Wochenstunden in diesem Bereich gearbeitet werden und mehr als die Hälfte des Einkommens aus dieser Tätigkeit stammen müssen. Genauere Informationen zu den Anträgen finden sich auf den Seiten der Wirtschaftsministerien bzw. Wirtschaftsbehörden der Länder.

Es besteht die Möglichkeit, dass Kleinstunternehmer aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe mit der sogenannten Überbrückungshilfe unterstützt werden.

Für Unternehmen wird das bewährte und aktuell geltende Instrument der Überbrückungshilfe III Plus als Überbrückungshilfe IV für die Monate Januar bis Ende März 2022 fortgeführt. Ebenso wird die aktuell geltende Neustarthilfe Plus für Selbständige für die Monate Januar bis Ende März 2022 fortgeführt.

 

Darf ich während der Corona-Krise meine Supervision wahrnehmen?

Viele Institute haben in den letzten Wochen gute Erfahrungen mit Video-Supervision, auch im Gruppen-Setting, gemacht. Sprechen Sie mit Ihren Ausbildungsleiter*innen und Supervisor*innen, um passende Lösungen zu finden. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, Videoprogramme zu nutzen, die den allgemeinen Datenschutz gewährleisten. Sollten Sie in der Krise weiterhin ambulante Behandlungen durchführen, ist regelmäßige Supervision zwingend erforderlich.

Darf ich als Psychotherapeut*in in Aus-oder Weiterbildung auch Videosprechstunden durchführen?

Viele Institute haben keinen Vertrag mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, dennoch haben viele Institute individuelle Vereinbarungen mit den Krankenkassen, sodass es sein kann, dass an Ihrem Institut Videosprechstunden möglich sind. Bitte setzen Sie sich mit Ihrem Institut in Verbindung!

* Sonderregelungen für niedergelassene Psychotherapeut*innen, die unbegrenzt Videobehandlungen ermöglichten und zuletzt bis Ende März 2022 verlängert worden waren, laufen nun zum 1. April 2022 aus.

Die Abrechnung der Videosprechstunde ist ab 1. April 2022 nur noch im normalen Umfang möglich. Seit fast zwei Jahren konnte sie in unbegrenztem Umfang abgerechnet werden.
Doch vor Einführung dieser Sonderregelung durften Ärzte und Psychotherapeuten maximal 20 Prozent ihrer Patienten (Behandlungsfälle) in einer Videosprechstunde behandeln. Außerdem durften maximal 20 Prozent einer Gebührenordnungsposition als – sofern vorgesehen – Videosprechstunde abgerechnet werden. Dieser Anteil soll auf jeweils 30 Prozent erhöht werden. Die KBV ist dazu im Gespräch mit den Krankenkassen, um die entsprechende Vereinbarung anzupassen.

Weitere Informationen dazu, finden Sie bei der KBV.

Beachten Sie auch unser Homepage Aktuell zum Thema.

(Stand: 21.03.2022)

Während der Corona-Krise habe ich als PiA viele Ausfallzeiten in meiner PT-Zeit, womit sich mein Ausbildungsende verzögert. Was kann ich tun?

Momentan können wir Ihnen nur raten, sprechen Sie mit Ihrem Institut und versuchen Sie, eine gemeinsame Lösung zu finden. Sobald es dazu konkrete Lösungen gibt, werden wir Sie hier informieren.

Ich bin in der Ausbildung in einem Institut. Aufgrund der Corona-Krise sind wichtige Seminare ausgefallen. Was kann ich tun?

Einige Institute versuchen derzeit, Online-Seminare zu ermöglichen. Was konkret an Ihrem Institut möglich ist, sollten Sie mit diesem besprechen.
Gibt es noch keine Lösungen, dann versuchen Sie, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Darf ich Video-Sitzungen auch von meinem privaten Rechner zu Hause durchführen?

Diese Frage wird von den einzelnen Länderkammern in der Berufsordnung geregelt, deshalb müsste man im Einzelfall auch dort nachlesen. Meistens ist die Behandlung von Patient*innen, auch per Video, grundsätzlich nicht von zu Hause aus erlaubt. 

„Grundsätzlich“ bedeutet aber immer, dass es Ausnahmen geben kann mit gutem Grund. Und ein solcher guter Grund ist definitiv beispielsweise bei Quarantäne der Psychotherapeut*in und Indikation der Fortführung einer notwendigen psychotherapeutischen Behandlung der Patient*innen gegeben.

Achten Sie gegebenenfalls darauf, dass Sie ungestört und Ihre privaten Räume geschützt sind.

Die Nutzung des privaten Rechners ist erlaubt, da die von der KV zertifizierten Video-Sprechstundendienste nichts auf dem Rechner speichern und die Übertragungen komplett verschlüsselt sind.

Als PiA ist hier jedoch auch zu beachten, dass, wie in der sonstigen ambulanten Behandlung auch, immer ein Ansprechpartner kontaktierbar sein muss. Die Behandlungen der PiA werden ja „unter Aufsicht“ durchgeführt.

Von den Regelungen zur Eindämmung der Corona-Krise ist auch die ambulante Versorgung in den Institutsambulanzen betroffen. Macht sich der bvvp auch für uns dort tätige PiA stark?

Ja, der bvvp hat in einer einstimmig verabschiedeten Resolution auf seiner Frühjahrs-Delegiertenkonferenz vom 27. bis 28. März 2020, die dieses Jahr digital durchgeführt wurde, eine ganze Reihe von Ausnahmeregelungen gefordert, um die Versorgung psychisch kranker Menschen in der derzeitigen Corona-Krise zu sichern: Mit Nachdruck wurde in der Pressemitteilung gefordert, dass alle geforderten Regelungen äquivalent für die ambulante Versorgung durch PiA in den Institutsambulanzen getroffen werden müssen!

Dies sollte verhindern, dass sich die laufenden Ausbildungen durch die Corona-Krise verzögern. Hier tragen die Ausbildungsinstitute bei der konkreten Umsetzung eine besondere Verantwortung.