FAQ Gruppentherapie

Gibt es eine Übersicht, wie mit der Gruppentherapie in den einzelnen Landes-KVen umgegangen wird?
Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie – zeitlich befristet – ausschließlich in Thüringen  freigegeben. In Baden-Württemberg war gibt es trotz des Verbots von Veranstaltungen mit mehr als 5 Personen, das zunächst bie zum 5. Juni gilt, eine Ausnahmeregelung von §3, Abs2 und Abs 3 der Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg vom 09.05.2020: „(3) Ausgenommen von dem Verbot nach den Absätzen 1 und 2 sind Veranstaltungen, Ansammlungen und sonstige Zusammenkünfte, wenn sie (…) 4.der medizinischen Versorgung, wie beispielsweise der Gewinnung von Blutspenden, wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen im Sinne von § 4 Absatz 3 getroffen werden … bestimmt sind.“ Unserer Einschätzung nach ist also die Gruppentherapie in Baden-Württemberg auch mit mehr als 4+1 TeilnehmerInnen möglich. In Bremen sind seit 4. Mai 2020 Gruppentherapien unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder möglich. Wir haben hierzu eine Übersicht über die KV-Regelungen zur Gruppentherapie erstellt und bemühen uns, diese stets aktuell zu halten. Der derzeitige Stand ist vom 13.05.2020.  
Was mache ich mit meinen Gruppen? Gibt es Empfehlungen für KBV-zertifizierte Programme für Videobehandlungen?

Gruppenpsychotherapien fallen nicht unter das behördliche Versammlungsverbot.  Hier ist eine individuelle Absprache unter den TeilnehmerInnen möglich, die Sitzung durchzuführen, wenn keine RisikopatientInnen, PatientInnen mit Krankheitssymptomen oder Rückkehrer aus Risikogebieten dabei sind. Eine Einigung auf Durchführung der Gruppentherapiesitzung sollte wegen möglicher Haftungsfragen vorsorglich dokumentiert werden.

Die BPtK hat uns auf unsere Frage hin, ob Gruppenpsychotherapien weiterhin durchgeführt werden dürfen, geantwortet: Derzeit bestünden „keine allgemeinen Empfehlungen von Gesundheitsbehörden bzw. vom Robert-Koch-Institut, Zusammenkünfte mit der üblichen Teilnehmerzahl einer Gruppentherapie abzusagen. Die Frage der Teilnahme liegt daher in der Eigenverantwortung und Einzelentscheidung aller beteiligten Personen. Im Vorfeld einer Gruppentherapiesitzung sollte ausgeschlossen werden, dass sich unter den Teilnehmern/Teilnehmerinnen Personen befinden, die im Hinblick auf das Infektionsgeschehen Kontakte meiden sollten. Das heißt zum Beispiel, dass Gruppen dann gegebenenfalls mit reduzierten Teilnehmerzahlen stattfinden müssen, wenn sich einzelne Teilnehmer oder Teilnehmerinnen in Quarantäne befinden. Wichtig ist, während der Gruppe darauf zu achten, einen ausreichenden Abstand zwischen den Teilnehmerinnen zu ermöglichen und natürlich verstärkt auf Hygieneregeln zu achten.​“

Für Gruppenpsychotherapien sind derzeit keine Videobehandlungen möglich, auch hier wurde an die KBV herangetragen, dass es Ausnahmeregelungen für eine begrenzten Zeitraum geben muss.

Mehr zur Videosprechstunde finden Sie auf unserer FAQ-Seite Ist die Videosprechstunde eine Alternative?

Falls eine Ausnahmeregelung kommt: Ein KBV-zertifiziertes Programm ist Doccura (https://www.doccura.de/), wie uns die KV Baden-Württemberg mitteilte. Es ist für die Nutzung von maximal 5 Personen geeignet. Dieser Hinweis gilt nicht als Empfehlung sondern als Information.

Unsere Forderung, dass Gruppensitzungen ohne großen bürokratischen Aufwand in Einzelsitzungen umgewandelt werden können, ist nun umgesetzt und gilt bis zum 30.6.2020. Außerdem gibt es wie bisher bei reiner Gruppenpsychotherapie zusätzliche Einzelsitzungen im Verhältnis 1 zu 10 ohne Antrags- oder Anzeigeverfahren.
Lesen Sie mehr dazu in der FAQ Kann ich Gruppensitzungen derzeit in Einzelsitzungen umwandeln?

Wie die Landes-KVen im Einzelnen damit umgehen, haben wir für Sie in einer tabellarischen Übersicht zusammengestellt.

 

Welche digitalen Anwendungen sind denn jetzt genau erlaubt und welche verboten?

Die KBV hat am 24. März ihre Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband veröffentlicht: Sprechstunde und probatorische Sitzungen jetzt auch per Video.

Demnach gilt nach wie vor: Die Anwesenheit des Patienten oder der Patientin hat Vorrang, Videotherapie bleibt nur in Ausnahmefällen gestattet.

– Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie – zeitlich befristet – ausschließlich in Thüringen  freigegeben. In Baden Württemberg ist sie beschränkt erlaubt für 1 Therapeuten/in und höchstens 4 PatientInnen pro Sitzung. In Bremen ist sie verboten. Wir haben hierzu eine  Übersicht über die KV-Regelungen zur Gruppentherapie erstellt und bemühen uns, diese stets aktuell zu halten.

– Neu ist: Gruppenpsychotherapien können – befristet bis zum 30.06.2020 – unkompliziert 1 zu 1 in Einzelsitzungen (eine Gruppetherapiesitzung von 100 Minuten entspricht einer Einzeltherapiestunde von 50 Minuten) umgewandelt werden, ohne dass hierfür ein Antrag bei der Kasse notwendig wäre.

– Neu ist auch: psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen können per Videosprechstunde erbracht werden.

– Die Akutbehandlung hingegen ist weiterhin nicht frei gegeben.

Die Voraussetzung für die Genehmigung zur Erbringung psychotherapeutischer Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Aber:

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben, beispielsweise wenn dem Patienten oder der Patientin ein Aufsuchen der Praxis nicht zumutbar ist.

Eine Übersicht zu den Vergütungen der einzelnen Leistungen der Videosprechstunde in den KVen finden Sie hier:
Übersicht Vergütung der Videosprechstunde

Zur Telefonsprechstunde: Einige KVen haben die Leistungen für die sie ausgeweitet, die regelhaft für die Durchführung der Richtlinienpsychotherapie verboten bleibt. Allerdings: Nun wurde zum ersten April rückwirkend nach Verhandlungen zwischen der KBV und den Kassen eine 10-Minuten-Gesprächsziffer verabschiedet, die am Telefon erbracht werden kann!

Diese neue Ziffer ist die 01433, die mit 154 Punkten bewertet ist und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbringt.

Die Leistung, darüber informiert die KBV, ist zunächst befristet auf das zweite Quartal 2020. Eine ausführliche Mitgliederinfo zu der neuen Regelung finden Mitglieder im internen Bereich unserer Homepage.

In einer PDF-Datei, die regelmäßig aktualisiert wird – zuletzt am 07.04.2020 – haben wir eine Übersicht über die Abrechenbarkeit von telefonischen Konsultationen zusammengestellt. Diese steht natürlich nun unter dem Vorbehalt einer zu erwartenden Anpassung der KV-Regelungen an die bundeseinheitlichen Regelungen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer KV nach.

 

Welche Anbieter empfehlen Sie für eine Videosprechstunde in der Gruppentherapie?

Videobehandlung ist für Gruppentherapie (zumindest zum aktuellen Stand) nicht zulässig!

Grundsätzlich gilt, dass für eine Videobehandlung nur von der KBV zertifizierte Anbeter zugelassen sind.

Bis 5 Teilnehmer gibt es:

CGM ElVi ClickDoc

Doccura

Bis 25 Teilnehmer gibt es:

Gemedo

Kann ich Gruppensitzungen derzeit in Einzelsitzungen umwandeln?

Ja, die KBV hat dies nun mit den Kassen vereinbart, die Regelung gilt zunächst bis zum 30.6.2020.

Die KBV schreibt dazu:

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 30. Juni. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Quelle: KBV – Umwandlung von Gruppentherapie

Mitglieder finden noch ausführlichere Informationen in der Mitgliederinfo Gruppentherapie in Zeiten von Corona im internen Bereich Praxismaterialien.