FAQ Gruppentherapie

Ist die antragsfreie Umwandlung von Gruppentherapiesitzungen in Einzelsitzungen im Zuge der Corona – Sonderregelungen auch in der Beihilfe möglich?
Leider nein. Es wird ein Bericht an den Gutachter fällig mit Behandlungsplan über die notwendige Anzahl der Einzelsitzungen.
Gibt es eine Übersicht über die aktuellen Corona-Sonderregelungen?

Vorstandsmitglied Ulrike Böker hat unter dem Titel „Corona-Sonderregelungen: Was bleibt, was geht und warum?“ zusammengestellt, was sich bei den Corona-Sonderregelungen für Video- und Telefonbehandlung seit dem 01.07.2020 geändert hat.
Corona-Überblick

Update: Am 16.09.2020 wurden die Corona-Sonderregelungen auch für das 4. Quartal verlängert, sodass sie nun bis 31.12.2020 gelten.

Stand: 16.09.2020

Stimmt es, dass in Baden-Württemberg seit Juli Gruppen mit bis zu 20 Personen erlaubt sind?

Ja, die Landesregierung Baden-Württemberg hat eine überarbeitete Corona-Verordnung erlassen. Durch diese sollte den landesweiten Lockerungen Rechnung getragen werden.

Darin steht, dass Gruppen unter Einhaltung des allgemeinen Abstandsgebotes von 1,50 m bis 20 Personen zulässig sind. Dies gilt damit selbstverständlich auch für psychotherapeutische Gruppen sowie Supervisionsgruppen.

Weiterhin Bestand hat die Maskenpflicht, wobei die bisherigen Ausnahmen für psychotherapeutische Praxen nun offiziell in §3, Abs.2 der Verordnung festgeschrieben wurden.
„Eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht nicht … in Praxen …, sofern die Behandlung, Dienstleistung oder Therapie dies erfordert.“

Dies bedeutet, dass Sie in der konkreten Behandlungssituation unter Wahrung des Abstandes keine Maske tragen müssen. In allen anderen Praxisabläufen beziehungsweise wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, ist die Maske jedoch vorgeschrieben.

Den genauen Wortlaut der Verordnung können Sie hier nachlesen:  Corona-Verordnung ab 1.Juli 2020.

Stimmt es, dass die Corona-Sonderregeln bis auf die Telefonkonsultation bis 30.12. verlängert wurden?

Ja, die 20-Prozent-Obergrenzen für Videobehandlungen bleiben bis 31.12.2020 ausgesetzt. Auch psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie sind weiterhin per Video möglich. Gruppentherapie kann weiterhin unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Seit 1. Juli ist die Telefonkonsultation 01433 nicht mehr möglich!

 

 

Wie wird mit der Gruppentherapie in den einzelnen Landes-KVen umgegangen?

Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video war die Gruppensychotherapie – nur zeitlich befristet – in Thüringen freigegeben. Doch inzwischen heißt es auch dort in der zuständigen Verordnung: „Abrechnung von Gesprächsleistungen und Psychotherapiesitzungen per Videosprechstunde sind möglich, außer Gruppentherapien.“

In Baden-Württemberg gibt es mit Wirkung ab dem 1.07. 2020 eine neue Coronaverordnung. Danach dürfen Gruppen bei Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern wieder uneingeschränkt durchgeführt werden.

In Bremen sind bereits seit 4. Mai 2020 Gruppentherapien unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder möglich.

Eine Übersicht haben wir für Sie hier zusammengestellt: Übersicht Landes-KVen Regelungen zur Gruppentherapie.

 

 

Was mache ich mit meinen Gruppen? Gibt es Empfehlungen für KBV-zertifizierte Programme für Videobehandlungen?

Gruppenpsychotherapien fallen nicht unter das behördliche Versammlungsverbot. Hier ist eine individuelle Absprache unter den TeilnehmerInnen möglich, die Sitzung durchzuführen, wenn keine RisikopatientInnen, PatientInnen mit Krankheitssymptomen oder Rückkehrer aus Risikogebieten dabei sind. Eine Einigung auf Durchführung der Gruppentherapiesitzung sollte wegen möglicher Haftungsfragen vorsorglich dokumentiert werden.

Die BPtK hat uns auf unsere Frage hin, ob Gruppenpsychotherapien weiterhin durchgeführt werden dürfen, geantwortet: Derzeit bestünden „keine allgemeinen Empfehlungen von Gesundheitsbehörden bzw. vom Robert-Koch-Institut, Zusammenkünfte mit der üblichen Teilnehmerzahl einer Gruppentherapie abzusagen. Die Frage der Teilnahme liegt daher in der Eigenverantwortung und Einzelentscheidung aller beteiligten Personen. Im Vorfeld einer Gruppentherapiesitzung sollte ausgeschlossen werden, dass sich unter den Teilnehmern/Teilnehmerinnen Personen befinden, die im Hinblick auf das Infektionsgeschehen Kontakte meiden sollten. Das heißt zum Beispiel, dass Gruppen dann gegebenenfalls mit reduzierten Teilnehmerzahlen stattfinden müssen, wenn sich einzelne Teilnehmer oder Teilnehmerinnen in Quarantäne befinden. Wichtig ist, während der Gruppe darauf zu achten, einen ausreichenden Abstand zwischen den Teilnehmerinnen zu ermöglichen und natürlich verstärkt auf Hygieneregeln zu achten.​“

Für Gruppenpsychotherapien sind derzeit keine Videobehandlungen möglich, hier wurde auch seitens des bvvp an die KBV herangetragen, dass es Ausnahmeregelungen für einen begrenzten Zeitraum geben muss. Damit konnten wir uns leider nicht durchsetzen.

Mehr zur Videosprechstunde finden Sie auf unserer FAQ-Seite Ist die Videosprechstunde eine Alternative?

Unsere Forderung, dass Gruppensitzungen ohne großen bürokratischen Aufwand in Einzelsitzungen umgewandelt werden können, wurde umgesetzt und die Genehmigung inzwischen noch einmal verlängert. Sie gilt nun bis zum 31. Dezember 2020. Außerdem gibt es wie bisher bei reiner Gruppenpsychotherapie zusätzliche Einzelsitzungen im Verhältnis 1 zu 10 ohne Antrags- oder Anzeigeverfahren.
Lesen Sie mehr dazu in der FAQ Kann ich Gruppensitzungen derzeit in Einzelsitzungen umwandeln?

Wie die Landes-KVen im Einzelnen damit umgehen, haben wir für Sie in einer tabellarischen Übersicht zusammengestellt.

(Stand 16.09.2020)

 

Welche digitalen Anwendungen sind denn jetzt genau erlaubt und welche sind verboten?

Die KBV hat am 24. März ihre Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband veröffentlicht: Sprechstunde und probatorische Sitzungen per Video.

Demnach gilt nach wie vor: Die Anwesenheit des Patienten oder der Patientin hat Vorrang, Videotherapie bleibt nur in Ausnahmefällen gestattet.

– Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie – zeitlich befristet – ausschließlich in Thüringen  freigegeben. In Baden-Württemberg ist sie beschränkt erlaubt für 1 Therapeuten/in und höchstens 4 PatientInnen pro Sitzung. Auch in Bremen ist sie seit 04.05.2020 unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Wir haben hierzu eine Übersicht über die KV-Regelungen zur Gruppentherapie erstellt und bemühen uns, diese stets aktuell zu halten.

– Gruppenpsychotherapien können unkompliziert 1 zu 1 in Einzelsitzungen (eine Gruppetherapiesitzung von 100 Minuten entspricht einer Einzeltherapiestunde von 50 Minuten) umgewandelt werden, ohne dass hierfür ein Antrag bei der Kasse notwendig wäre. Diese Regelung wurde mit Wirkung vom 1. Juli an um ein weiteres Quartal – also bis zum 30. September – verlängert. Auch für das 4. Quartal gilt weiterhin diese Regelung, sie wurde am 16.09.2020 bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

– Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen können per Videosprechstunde erbracht werden. Auch das wurde mit Wirkung vom um ein weiteres Quartal – also bis 31. Dezember – verlängert.

– Die Akutbehandlung hingegen ist weiterhin nicht frei gegeben.

Die Voraussetzung für die Genehmigung zur Erbringung psychotherapeutischer Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der PatientInnen: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Aber:

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, PatientInnen den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben, beispielsweise wenn dem Patienten oder der Patientin ein Aufsuchen der Praxis nicht zumutbar ist.

Eine Übersicht zu den Vergütungen der einzelnen Leistungen der Videosprechstunde in den KVen finden Sie hier:
Übersicht Vergütung der Videosprechstunde

Zur Telefonsprechstunde: Eine 10-Minuten-Gesprächsziffer, die am Telefon erbracht werden kann, wurde zum 1. April eingeführt. Diese ist die 01433, die mit 154 Punkten bewertet ist und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbringt. Diese Leistung, darüber informierte die KBV, blieb, im Gegensatz zur Nutzung der Videosprechstunde befristet auf das zweite Quartal 2020, die Abrechnungsfähigkeit endete also am 30. Juni.

 

Welche Anbieter empfehlen Sie für eine Videosprechstunde in der Gruppentherapie?

Videobehandlung ist für Gruppentherapie nicht zulässig!

Grundsätzlich gilt, dass für alle Videobehandlungen nur von der KBV zertifizierte Anbieter zugelassen sind.

Bis 5 Teilnehmer gibt es:

CGM ElVi ClickDoc

Doccura

Bis 25 Teilnehmer gibt es:

Gemedo

Aber wir sprechen ausdrücklich keine Empfehlung aus.

Kann ich Gruppensitzungen bis Ende des Jahres weiterhin in Einzelsitzungen umwandeln?

Ja, die KBV hat dies mit den Kassen vereinbart, die Regelung galt zunächst bis zum 30.09.2020. Wie die KBV am 16.09.2020 mitteilte, wird diese Regelung verlängert bis zum 31.12.2020. 

Folgende Regelungen werden verlängert:

  • die 20-Prozent-Obergrenzen für Videobehandlungen bleiben ausgesetzt.
  • Psychotherapeutische Sprechstunden sind weiterhin per Video möglich. Probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie per Video sind weiterhin möglich.
  • Gruppentherapie kann weiterhin unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Auch sind die Kontaktbeschränkungen weiterhin gelockert, sodass auch die Gruppenpsychotherapie wieder als Präsenztreffen möglich ist – unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Mitglieder finden ausführliche Informationen in der aktuellen Mitgliederinfo zur Fortschreibung der Sonderregelungen im internen Bereich unter Praxismaterialien.

Stand 16.09.2020