FAQ psychotherapeutisch-tätige ÄrztInnen

Können Arztpraxen Kurzarbeitergeld für ihre MitarbeiterInnen beantragen?
Ja, Arztpraxen können doch Kurzarbeitergeld beantragen. Die Bundesagentur für Arbeit hatte in einer internen Anweisung Krankenhäuser und Arztpraxen von den Regelungen zur Kurzarbeit ausgenommen, weil diese vom COVID-19-Schutzschirm profitieren würden. Dagegen hat der Virchowbund bei Bundesarbeitsminister Heil und Bundesgesundheitsminister Spahn interveniert – mit Erfolg: Danach haben Angestellte in den Praxen von Vertragsärzten und -psychotherapeuten grundsätzlich Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Alle Anträge sollen nun im Einzelfall beschieden werden.  Mehr Infos gibt auch die KBV.
Ich bin ärztliche Psychotherapeutin aus Bayern. Gilt auch bei mir die Einschränkung: Behandlung nur, wenn „dringend medizinisch erforderlich“, wie bei Psychologischen PsychotherapeutInnen?

Es war ein sachlicher Fehler des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, PsychotherapeutInnen zum Beispiel in der Bekanntmachung zur vorläufigen Ausgangsbeschränkung als Angehörige helfender Berufe einzuordnen wie zum Beispiel Ergo- oder Physiotherapeuten.

Bereits seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes 1999 sind Psychologische/r Psychotherapeut/in und Kinder- und Jugendlichenspsychotherapeut/in eigenständige Heilberufe und bilden in den KVen eine eigene Facharztgruppe, eine Psychotherapie-Praxis ist also einer Arztpraxis absolut gleichrangig.

Ärztliche Psychotherapeuten waren im Schreiben der Bayern sowieso nicht angesprochen als „helfende Berufe“.

Es gilt grundsätzlich: Die Entscheidung zur Behandlung liegt bei Ihnen als approbierte Behandlerin oder approbierter Behandler. Wir raten Ihnen, die Entscheidung im Sinne Ihrer PatientInnen und in Absprache mit diesen verantwortlich zu fällen und Ihre Entscheidungsgründe zu dokumentieren.

Kann ich als psychotherapeutisch tätige Ärztin jetzt zum Dienst in der Klinik zwangsverpflichtet werden?

Auch das ist sicherlich denkbar, falls die Versorgung der Infizierten anders nicht mehr zu handhaben ist. Wenn aber aus gesundheitlichen Gründen eine solche Tätigkeit für Ärztinnen und Ärzte nicht möglich und zumutbar wäre, sollte auch eine Befreiung von der Zwangsverpflichtung möglich sein.