FAQ zur Gruppentherapie

Stimmt es, dass in Baden-Württemberg ab 01. Juli Gruppen mit bis zu 20 Personen erlaubt sind?
Ja, die Landesregierung Baden-Württemberg hat eine neu überarbeitete Corona-Verordnung erlassen. Durch diese Neufassung soll den landesweiten Lockerungen Rechnung getragen werden. Darin steht, dass Gruppen unter Einhaltung des allgemeinen Abstandsgebotes von 1,50 m bis 20 Personen zulässig. Dies gilt damit selbstverständlich auch für psychotherapeutische Gruppen sowie Supervisionsgruppen. Weiterhin Bestand hat die Maskenpflicht, wobei die bisherigen Ausnahmen für psychotherapeutische Praxen nun offiziell in §3, Abs.2 der Verordnung festgeschrieben wurden. „Eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht nicht … in Praxen …, sofern die Behandlung, Dienstleistung oder Therapie dies erfordert.“ Dies bedeutet, dass Sie in der konkreten Behandlungssituation unter Wahrung des Abstandes keine Maske tragen müssen. In allen anderen Praxisabläufen beziehungsweise wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, ist die Maske jedoch vorgeschrieben. Den genauen Wortlaut der Verordnung können Sie hier nach:  Corona-Verordnung ab 1.Juli 2020.
Stimmt es, dass die Corona-Sonderregeln bis auf die Telefonkonsultation bis 30.09. verlängert wurden?

Ja, die 20-Prozent-Obergrenzen für Videobehandlungen bleiben ausgesetzt. Auch psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie sind weiterhin per Video möglich. Gruppentherapie kann weiterhin unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Ab 1. Juli ist die Telefonkonsultation 01433 nicht mehr möglich!

Die aktuelle Mitteilung der KBV vom 19.06.2020 können Sie hier lesen: KBV-Praxisnachrichten.

 

Gibt es eine Übersicht, wie mit der Gruppentherapie in den einzelnen Landes-KVen umgegangen wird?

Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie – zeitlich befristet – ausschließlich in Thüringen  freigegeben.

In Baden-Württemberg gibt es mit Wirkung ab dem 1.07. 2020 eine neue Coronaverordnung. Danach dürfen Gruppen bei Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern wieder uneingeschränkt durchgeführt werden.

In Bremen sind bereits seit 4. Mai 2020 Gruppentherapien unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder möglich.

Wir haben hierzu eine Übersicht zur Gruppetherapie erstellt und bemühen uns, diese stets aktuell zu halten. Der derzeitige Stand ist vom 25.06.2020.

 

Was mache ich mit meinen Gruppen? Gibt es Empfehlungen für KBV-zertifizierte Programme für Videobehandlungen?

Gruppenpsychotherapien fallen nicht unter das behördliche Versammlungsverbot. Hier ist eine individuelle Absprache unter den TeilnehmerInnen möglich, die Sitzung durchzuführen, wenn keine RisikopatientInnen, PatientInnen mit Krankheitssymptomen oder Rückkehrer aus Risikogebieten dabei sind. Eine Einigung auf Durchführung der Gruppentherapiesitzung sollte wegen möglicher Haftungsfragen vorsorglich dokumentiert werden.

Die BPtK hat uns auf unsere Frage hin, ob Gruppenpsychotherapien weiterhin durchgeführt werden dürfen, geantwortet: Derzeit bestünden „keine allgemeinen Empfehlungen von Gesundheitsbehörden bzw. vom Robert-Koch-Institut, Zusammenkünfte mit der üblichen Teilnehmerzahl einer Gruppentherapie abzusagen. Die Frage der Teilnahme liegt daher in der Eigenverantwortung und Einzelentscheidung aller beteiligten Personen. Im Vorfeld einer Gruppentherapiesitzung sollte ausgeschlossen werden, dass sich unter den Teilnehmern/Teilnehmerinnen Personen befinden, die im Hinblick auf das Infektionsgeschehen Kontakte meiden sollten. Das heißt zum Beispiel, dass Gruppen dann gegebenenfalls mit reduzierten Teilnehmerzahlen stattfinden müssen, wenn sich einzelne Teilnehmer oder Teilnehmerinnen in Quarantäne befinden. Wichtig ist, während der Gruppe darauf zu achten, einen ausreichenden Abstand zwischen den Teilnehmerinnen zu ermöglichen und natürlich verstärkt auf Hygieneregeln zu achten.​“

Für Gruppenpsychotherapien sind derzeit keine Videobehandlungen möglich, hier wurdeauch seitens des bvvp an die KBV herangetragen, dass es Ausnahmeregelungen für einen begrenzten Zeitraum geben muss. Damit konnten wir uns leider nicht durchsetzen.

Mehr zur Videosprechstunde finden Sie auf unserer FAQ-Seite Ist die Videosprechstunde eine Alternative?

Unsere Forderung, dass Gruppensitzungen ohne großen bürokratischen Aufwand in Einzelsitzungen umgewandelt werden können, wurde umgesetzt und die Genehmigung inzwischen noch einmal verlängert. Sie gilt nun bis zum 30. September 2020. Außerdem gibt es wie bisher bei reiner Gruppenpsychotherapie zusätzliche Einzelsitzungen im Verhältnis 1 zu 10 ohne Antrags- oder Anzeigeverfahren.
Lesen Sie mehr dazu in der FAQ Kann ich Gruppensitzungen derzeit in Einzelsitzungen umwandeln?

Wie die Landes-KVen im Einzelnen damit umgehen, haben wir für Sie in einer tabellarischen Übersicht zusammengestellt.

(Stand 18.06.2020)

 

Welche digitalen Anwendungen sind denn jetzt genau erlaubt und welche sind verboten?

Die KBV hat am 24. März ihre Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband veröffentlicht: Sprechstunde und probatorische Sitzungen per Video.

Demnach gilt nach wie vor: Die Anwesenheit des Patienten oder der Patientin hat Vorrang, Videotherapie bleibt nur in Ausnahmefällen gestattet.

– Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie – zeitlich befristet – ausschließlich in Thüringen  freigegeben. In Baden Württemberg ist sie beschränkt erlaubt für 1 Therapeuten/in und höchstens 4 PatientInnen pro Sitzung. In Bremen ist sie verboten. Wir haben hierzu eine Übersicht über die KV-Regelungen zur Gruppentherapie erstellt und bemühen uns, diese stets aktuell zu halten.

– Gruppenpsychotherapien können unkompliziert 1 zu 1 in Einzelsitzungen (eine Gruppetherapiesitzung von 100 Minuten entspricht einer Einzeltherapiestunde von 50 Minuten) umgewandelt werden, ohne dass hierfür ein Antrag bei der Kasse notwendig wäre. Diese Regelung wurde mit Wirkung vom 1. Juli an um ein weiteres Quartal – also bis zum 30. September – verlängert.

– Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen können per Videosprechstunde erbracht werden. Auch das wurde mit Wirkung vom 1. Juli an um ein weiteres Quartal – also bis 30. September – verlängert.

– Die Akutbehandlung hingegen ist weiterhin nicht frei gegeben.

Die Voraussetzung für die Genehmigung zur Erbringung psychotherapeutischer Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Aber:

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben, beispielsweise wenn dem Patienten oder der Patientin ein Aufsuchen der Praxis nicht zumutbar ist.

Eine Übersicht zu den Vergütungen der einzelnen Leistungen der Videosprechstunde in den KVen finden Sie hier:
Übersicht Vergütung der Videosprechstunde

Zur Telefonsprechstunde: Eine 10-Minuten-Gesprächsziffer, die am Telefon erbracht werden kann, wurde zum 1. April eingeführt. Diese ist die 01433, die mit 154 Punkten bewertet ist und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbringt. Diese Leistung, darüber informiert die KBV, bleibt, im Gegensatz zur Nutzung der Videosprechstunde befristet auf das zweite Quartal 2020, die Abrechnungsfähigkeit endet also am 30. Juni.

 

Welche Anbieter empfehlen Sie für eine Videosprechstunde in der Gruppentherapie?

Videobehandlung ist für Gruppentherapie (zumindest zum aktuellen Stand) nicht zulässig!

Grundsätzlich gilt, dass für eine Videobehandlung nur von der KBV zertifizierte Anbeter zugelassen sind.

Bis 5 Teilnehmer gibt es:

CGM ElVi ClickDoc

Doccura

Bis 25 Teilnehmer gibt es:

Gemedo

Aber wir sprechen ausdrücklich keine Empfehlung aus.

Kann ich Gruppensitzungen auch im 2. Quartal in Einzelsitzungen umwandeln?

Ja, die KBV hat dies mit den Kassen vereinbart, die Regelung galt zunächst bis zum 30.6.2020. Wie die KBV am 19.06.2020 mitteilte, wird diese Regelung verlängert bis zum 30.09.2020. Die Mitteilung der KBV vom 19.06.2020 können Sie hier lesen: KBV-Praxisnachrichten.

Die KBV schreibt dazu:

„Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss.. (…) Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.“

Quelle: KBV – Umwandlung von Gruppentherapie

Mitglieder finden noch ausführlichere Informationen in der Mitgliederinfo Gruppentherapie in Zeiten von Corona im internen Bereich Praxismaterialien.

Stand 19.06.2020