FAQ zur Maskenpflicht

Stimmt es, dass seit 30. Mai auch in Baden-Württemberg die Maskenpflicht in Psychotherapiepraxen gilt?
Ja, das Baden Württembergische Sozialministerium hat am 29. Mai 2020 eine Rechtsverordnung erlassen und notverkündet, die bereits am 30. Mai in Kraft getreten ist und sehr detaillierte Vorgaben für PsychotherapeutInnen, PatientInnen wie Praxispersonal formuliert. Doch die gute Nachricht zuerst. Durch die Intervention der PsychotherapeutInnen, maßgeblich durch den bvvp, wurde die sehr streng formulierte Maskenpflicht, die wir Ihnen unten erläutern, in der Form präzisiert, dass diese nicht gilt, wenn ausreichend Abstand eingehalten wird. Damit kann wieder jeder eigenverantwortlich entscheiden, abhängig von den eigenen Praxisgegebenheiten, vom eigenen  Gesundheitszustand und dem der PatientInnen. Zitat der KVBB: „Eine (…) Abstimmung mit dem Sozialministerium und dem LGA (Landesgesundheitsamt) stellt fest, dass ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Abstand von 1,50 m zwischen Therapeut und Patient zuverlässig zu erreichen ist, der MNS* (*Mund-Nasen-Schutz) für die Dauer der Behandlung abgenommen werden kann.“ Und das steht in der Rechtsverordnung: PsychotherapeutInnen müssen während der Behandlung der PatientInnen einen Mund-Nasen-Schutz (MNS = Medizinische Gesichtsmaske nach DIN EN 14683) tragen, sonstige in der Praxis beruflich Tätige (Praxishelfer etc) müssen eine medizinische Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) tragen, wenn dies nicht aus medizinischen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist. PatientInnen sowie deren Begleitpersonen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr müssen eine nicht-medizinische Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) trage, wenn dies nicht aus medizinischen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist. Sie haben ihre Maske selbst mitzubringen, worauf sie bei der Terminvereinbarung hingewiesen werden sollten. Für medizinische Notfälle haben Praxen jedoch MNBs in ausreichender Zahl vorzuhalten und sie zur Verfügung zu stellen. PraxisinhaberInnen müssen auch die Masken für Angestellte in ausreichender Zahl zur Verfügung stellen. Über diese Änderung hat die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg in ihren Praxisinformationen informiert. Die Rechtsverordnung kann hier nachgelesen werden: https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/Coronainfos/200529_SM_CoronaVO_Maskenpflicht-Praxen.pdf https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/coronavo-masenpflicht-praxen/  
Gilt in Berlin die Maskenpflicht?

Hier gab es zunächst Irritationen, aber es gibt jetzt eine Klarstellung mit dem Grundtenor: Die Gestaltung der Therapie fällt im Einzelfall in die Verantwortung der PsychotherapeutInnen.

Am 13.05.2020 gab die Psychotherapeutenkammer Berlin ihre Rechtsauffasung bekannt:

  • § 2 Abs. 3 Nr. 8 SARS-CoV-2-EindmaßnV sieht eine Ausnahme dahingehend vor, dass „die jeweilige medizinische Behandlung dem nicht entgegensteht“. Dies setzt eine fachliche Einschätzung des Behandelnden voraus, deren Begründung mit dem Patienten erörtert und in der jeweiligen Patientenakte entsprechend (kurz) vermerkt werden sollte.
  • § 2 Abs. 4 SARS-CoV-2-EindmaßnV sieht Ausnahmen vor für
    • Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahrs (= Tag des sechsten Geburtstages) oder
    • Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können oder
    • Personen, bei denen durch andere Vorrichtungen die Verringerung der Ausbreitung übertragungsfähiger Tröpfchenpartikel bewirkt wird. Solche Vorrichtungen können beispielsweise geeignete transparente Trennvorrichtungen oder Abstandsvorrichtungen auf 1, 5 m sein.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat dies in einer E-Mail vom 13.05.2020 bestätigt hat.

  • „Ihre Auffassung, die Mund-Nasen-Bedeckung stehe unter Umständen der psychotherapeutischen Behandlung entgegen, teilen wir.
  • Die Gestaltung der Therapie im Einzelfall fällt in die Verantwortung der PsychotherapeutInnen.
  • Da unter Umständen deswegen schon keine Pflicht zum Tragen der Maske nach § 2 Abs. 3 Nr. 8 SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung vom 7. Mai 2020 besteht, muss diese Pflicht auch nicht nach Abs. 4 des § 2 der Verordnung ersetzt werden.
  • Freilich ist es aber empfehlenswert, z. B. eine Trennvorrichtung aufzustellen oder die Sitzgelegenheiten weiter auseinander zu platzieren.
  • Dies alles gilt auch für Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen.“

Den Link zum Wortlaut der SARS-CoV-2-EindmaßnV: https://www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung/#headline_1_3.

Stimmt es, dass sich die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer gegen eine verbindliche Maskenpflicht für PsychotherapeutInnen ausgesprochen hat?

Ja das ist richtig, die OPK hat sich am 27. April diesbezüglich positioniert: Die Ostdeutsche PsychotherapeutInnenkammer (OPK)  hat gefordert, dass es im Ermessen der Psychotherapeuten bleiben muss, ob sie Mund-Nasen-Schutz in der Behandlung verwenden und dies von den Patienten verlangen.

Hier im Wortlaut:

„Mit Maske oder ohne – die Frage, die gerade so viele Gemüter bewegt, berührt auch den Kern unserer psychotherapeutischen Arbeit. Gesichtsausdrücke sind in direkter Kommunikation der wichtigste Indikator für Emotionen und Beziehungserleben. Durch Gesichtsbedeckung wird vor allem die emotionale Ebene der Kommunikation erheblich behindert – und damit die psychotherapeutische Arbeit erschwert. Dementsprechend haben uns in den letzten Tagen viele Fragen und – durchaus kontroverse – Anregungen aus dem Kollegenkreis erreicht.

Wie während der Pandemie schon gewohnt, gibt es im OPK-Gebiet regional unterschiedliche, manchmal kurzfristig geänderte Vorschriften. Wir möchten deshalb die fachliche Haltung darstellen, die wir als OPK gegenüber den regelnden Behörden vertreten.

Natürlich sollen und müssen auch Psychotherapeuten alle gebotenen und verhältnismäßigen Maßnahmen zum Infektionsschutz ergreifen. Es ist aber auch ihre Pflicht, geeignete und wirksame Behandlungen zur Heilung oder Linderung psychischer Störungen durchzuführen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, im Einzelfall abzuwägen und verantwortlich zu entscheiden.

Die Pflicht zum Mindestabstand und die potentiellen Vorteile von Mund-Nasenschutz (MNS) für die Verminderung von Infektionsrisiken wurden in der Öffentlichkeit hinlänglich kommuniziert. Aus psychotherapeutischer Sicht ist bezüglich der Verwendung von MNS zu berücksichtigen, dass

– die Einschränkung der Gesichtswahrnehmung den therapeutischen Prozess sowohl beim Therapeuten als auch beim Patienten behindern kann, z. B. indem affektive Reaktionen nicht         erkannt oder fehlgedeutet werden;

– insbesondere bei der Behandlung von Kindern die Beziehungsgestaltung, z. B. das Vertrauen in die Therapeutin, erschwert werden kann;

– ängstliche, vermeidende oder zwanghafte Reaktionsmuster, z. B. irrationale Risikobewertungen, bei Patienten verstärkt werden könnten;

– Patienten, die aus psychopathologischen Gründen keinen MNS tragen wollen, z. B. bei Angststörungen, von der Behandlung abgehalten werden könnten.

Die OPK fordert deshalb: es muss im Ermessen des/der einzelnen Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen bleiben, ob er/sie Mund-Nasen-Schutz in der Behandlung verwendet und dies von Patientinnen/Patienten verlangt. Daher nochmals: Gesundheit ist mehr als Infektionsschutz. Mit dieser Botschaft haben wir uns an alle unsere fünf zuständigen Ministerien gewandt – auch wenn aktuell eine entsprechende Verpflichtung für Praxen nur in Mecklenburg-Vorpommern besteht.

Gleichwohl setzen wir uns dafür ein, dass Sie auch in Thüringen und in Mecklenburg-Vorpommern MNS über die Kassenärztliche Vereinigung anfordern können, wenn Sie dies benötigen.

Uns erreichten auch Fragen, ob psychotherapeutische Atteste Patienten von der Pflicht zum MNS in der Öffentlichkeit entbinden können. Da die Pflicht zum Tragen der Masken aus einer Rechtsverordnung des jeweiligen Bundeslandes resultiert, können Psychotherapeuten keine Befreiung von dieser Pflicht aussprechen. Dies ist gesetzlich nicht möglich, hierzu bedürfte es behördlicher oder gerichtlicher Entscheidungen.“

 

 

Welche Regelungen zur Maskenpflicht gibt es in den einzelnen Bundesländern?

Wir haben einen Überblick der verschiedenen Regelungen in den Bundesländern in einer Tabelle erstellt: Hier finden Sie die Übersicht der aktuellen Regelungen .

(Stand 5.06.2020)

Stimmt es, dass man in Mecklenburg-Vorpommern Masken zwar in den Praxisräumen, aber nicht direkt während der Therapiesitzung tragen muss?

Das ist richtig. Sie sind, ebenso wie Ihre PatientInnen verpflichtet, in allen Praxis-Räumlichkeiten die Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, offenbar aber nicht während der Therapiesitzung – natürlich gilt das immer unter Einhaltung aller anderen Hygiene- und Abstandsregelungen.

In Artikel 1 der Verordnung der Landesregierung MV gegen das neuartige Coronavirus heißt es dazu: „In allen Arztpraxen, Psychotherapeutenpraxen und Praxen anderer Gesundheitsberufe sind die gestiegenen Hygieneanforderungen einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen. In den Praxisräumlichkeiten ist außerhalb der ärztlichen Konsultation zwischen den Menschen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Patienten sind außerhalb der ärztlichen Konsultation auch verpflichtet, eine Mund-Nase-Bedeckung (zum Beispiel Alltagsmaske, Schal, Tuch) zu tragen, wobei Kinder bis zum Schuleintritt und Menschen, die aufgrund einer medizinischen oder psychischen Beeinträchtigung oder wegen einer Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können und dies durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen oder zur Erlangung der ärztlichen Bescheinigung die Praxis betreten, hiervon ausgenommen sind.“

(Stand 11.05.2020)

Gilt die Maskenpflicht ab 11. Mai auch in Bayern für uns PsychotherapeutInnen?

Ja, ab 11. Mai 2020 gilt eine explizite Maskenpflicht in Bayern:

Zitat:

„Für die Berufsausübung von Psychotherapeut*innen ergeben sich mit Wirkung ab 11. Mai 2020 insbesondere folgende wichtige Änderungen:

Die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen (sog. Maskenpflicht) gilt dann auch in psychotherapeutischen Praxen. Zudem ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann.

Zur Maskenpflicht gibt es in der Verordnung folgende allgemeine Ausnahmen:

  1. Kinder sind bis zum sechsten Geburtstag von der Tragepflicht befreit.
  2. Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung, aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit.
  3. Das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung erforderlich ist.

Die Maskenpflicht in der Praxis entfällt nach der Verordnung zudem, soweit die Art der Leistung sie nicht zulässt.

Dazu hat die Psychotherapeutenkammer in Bayern folgende Einschätzung: „Die Abdeckung des Mund-Nase-Bereiches des Gesichtes stellt aus fachlicher Sicht eine Beeinträchtigung psychotherapeutischer Behandlungen dar. Die Abdeckung von Mund und Nase kann für manche Patient*innen verunsichernd wirken, die erforderliche Einschätzung kritischer Entwicklungen bei Patient*innen einschränken und nonverbale Interventionsmöglichkeiten der/des Psychotherapeut*in erschweren oder unmöglich machen.

In diesen Fällen kann es sein, dass die fachlich korrekte Durchführung von Psychotherapie nicht mehr möglich ist. Eine Mund-Nase-Bedeckung steht einer psychotherapeutischen Behandlung jedoch nicht grundsätzlich entgegen.

Die / Der behandelnde Psychotherapeut*in hat daher jeweils im individuellen Fall die fachliche Einschätzung vorzunehmen, ob die erforderlichen therapeutischen Maßnahmen unter Beachtung der Maskenpflicht fachlich korrekt durchgeführt werden können. Diese Einschätzung kann zu dem Ergebnis führen, zur Gewährleistung einer fachgerechten Behandlung auf die Mund-Nasen-Bedeckung während der Sitzung verzichten zu müssen. In einem solchen Fall wäre dann auch ein informiertes Einverständnis mit der Patientin/dem Patienten bzw. deren/dessen Personensorgeberechtigten herzustellen. Im Falle der Abweichung von der Maskenpflicht sollte die jeweilige fachliche Begründung und das eingeholte Einverständnis der Patientin/des Patienten in der Patientenakte dokumentiert werden.“

Bitte schauen Sie auch in unsere anderen FAQ zur Maskenpflicht!

(Stand: 11.05.2020)

Was muss ich beachten, wenn ich eine Maske trage?

Zunächst mal, derzeit müssen alle Bürger in Deutschland im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften einen Nasen-Mund-Schutz tragen: Selbstgenähte Alltagsmasken (sogenannte Community-Masken) oder auch ein vor Mund und Nase gebundenes Tuch reichen dafür aus. Die Maske schützt aber nicht den Träger, sondern nur sein Gegenüber bis zu einem gewissen Grad. Sie gilt, laut Robert-Koch-Institut nur als zusätzlicher Schutz, ist also auf keinen Fall ein Ersatz dafür, dass man den sicheren Abstand von mindestens 1,5 Meter und die weiteren Hygieneregeln einhält.

Wie man die Masken richtig verwendet, darüber gibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Auskunft.

Wie man die Schutzmasken richtig trägt und auch reinigt, das hat unter anderem der NDR zusammengefasst.

Aber wichtig: Überall nachzulesen war auch: Um Coronaviren abzutöten, müssen Mundschutze, Atemmasken und Co. täglich gereinigt werden. Aber das bisher empfohlene Reinigungsverfahren, Atemschutzmasken mindestens eine halbe Stunde bei 70 Grad in den Backofen zu legen, reicht offenbar doch nicht aus, um Coronaviren vollständig abzutöten. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in einem Papier.“ Das berichtete Ende April unter anderem das ZDF-Magazin Frontal 21.

Und wenn Sie wissen wollen, ob Sie und Ihre PatientInnen dazu verpflichtet sind, Masken in Ihrer psychotherapeutischen Praxis zu tragen, lesen Sie bitte unsere FAQ:

 Müssen PsychotherapeutInnen Masken tragen?

Ist es wahr, dass die Maskenpflicht in Hessen seit 4. Mai auch für PsychotherapeutInnen gilt?

Ja, auch das Land Hessen hat nun mit Wirkung vom 4. Mai für Besucher von Psychotherapie-Praxen das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung verpflichtend angeordnet. Durch die kurzfristige Änderung der entsprechenden Verordnung müssen PraxisinhaberInnen und –angestellte sowie PatientInnen seit dem 4. Mai 2020 eine Bedeckung tragen, die „geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln oder Aerosolen durch Husten, Niesen oder Aussprache zu verringern“. Hierzu reicht bereits ein Tuch oder Schal, den sich die Patientin oder der Patient während seines Aufenthaltes umbindet. Verstöße gegen die Verordnung können mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Die Psychotherapeutenkammer Hessen informiert in ihrem Newsletter aktuell über die Ausnahmen von der Maskenpflicht. Diese „gelten für Kinder unter sechs Jahren sowie bei Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können. Das Absetzen der Mund-Nasen-Bedeckung ist gestattet, soweit es für die Inanspruchnahme einer ärztlichen oder pflegerischen Dienstleistung notwendig ist. Ob dies der Fall ist, wenn die Psychotherapeutin oder Psychotherapeut die Mimik des Patienten beurteilen möchte, ist derzeit ungeklärt und kann wohl nur im Einzelfall gelten. Sollte die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut dies für unerlässlich halten, ist die sorgfältige Dokumentation dringend anzuraten.“

(Stand: 11.05.2020, 12.00 Uhr)

Müssen PsychotherapeutInnen Masken tragen?

Grundsätzlich gilt die Maskenpflicht für psychotherapeutische Praxen nur, wenn die Pflicht auch für Arztpraxen  – denen die psychotherapeutischen Praxen gleichgestellt sind – in der Verordnung des jeweiligen Bundeslandes explizit benannt werden.

Manche KVen haben inzwischen strenge Anordnungen zur Maskenpflicht erlassen oder Präzisierungen vorgenommen. Viele haben nur Empfehlungen für Arztpraxen ausgesprochen, die sich aber vorrangig auf somatische Praxen beziehen, in denen im Anmeldebereich und auch im Wartezimmer der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann. In psychotherapeutischen Praxen, in denen es keinen Anmeldebereich gibt, in denen der Aufenthalt im Wartezimmer komplett vermieden und der Mindestabstand im Behandlungszimmer gewahrt werden kann, stellt sich die Situation vollkommen anders dar. Es bleibt in diesem Fall also in der Verantwortung des Einzelnen, wie er oder sie sich zu den Empfehlungen verhält und mit welchen Regelungen und Vorsichtsmaßnahmen er oder sie den bestmöglichen Hygieneschutz garantiert und sich gleichzeitig wohl fühlt bei der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. Natürlich gelten die Hygiene- und Abstandsvorschriften weiterhin.

Zu dem unterschiedlichen Umgang der einzelnen Bundesländer mit den Mund-Nase-Bedeckungen haben wir eine Tabelle zusammengestellt: Übersicht zur Maskenpflicht. (Stand:14.05.2020)

Sicher ist: Eine Maske ersetzt NICHT den Mindestabstand, sodass Gruppen weiterhin nicht durchgeführt werden können, wenn dieser nicht gewährleistet werden kann.

Viele KollegInnen empfehlen, statt der textilen Mund-Nase-Maske, die die nonverbale Kommunikation mit den PatientInnen massiv einschränkt, ein Gesichtsvisier (siehe Bild) aus transparentem Kunststoff zu nutzen. Auch eine Trennscheibe aus Plexiglas – ein sogenannter Spuckschutz – kann einen gewissen – beschränkten ! Schutz bieten. (Hier ein paar Hinweise zum Bezug solcher Hilfsmittel, die wir von Mitgliedern erhalten haben. Dies sind ausdrücklich keine Empfehlungen. Für die verlinkten Seiten übernehmen wir keine Gewähr. Matthias Kuhn Kunststofftechnik & Design GmbH, art-decor oder auch Selbstbauanleitungen als Video vom Städtischen Klinikum Görlitz, für Plexiglasscheiben Firma Lobotec in Witten oder Otto Office.)

Allerdings bleibt das Problem der feinen Ärosolen in der Luft bestehen. Regelmäßiges Lüften bleibt ohnehin weiterhin unabdingbar ist. Und wir dürfen nicht verschweigen, dass vor der Nutzung von Gesichtsvisieren als Ersatz für die textile Mund-Nasen-Schutzbedeckung von anderer Seite gewarnt wird. So schreibt die Stadt Köln:

„Visiere sind kein Ersatz für die in § 12a CoronaSchVO geforderte Mund-Nase-Bedeckung. Ein Visier ist eine für bestimmte Fälle notwendige Ergänzung der persönlichen Schutzausrüstung im medizinischen Bereich. Es wird zusammen mit einem qualifizierten Mund-Nasen-Schutz getragen. Ein Visier ohne Mund-Nasen-Schutz schützt seinen Träger in Bezug auf COVID-19 nur vor direkt anfliegenden Partikeln, nicht jedoch vor der gesamten Partikelwolke ( z.B. Husten), weil es an drei Seiten offen ist.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt diese Aussage auf Nachfrage von KollegInnen: „Die Verwendung von Visieren kann (…) nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden.“ Und diese Auffassung deckt sich mit der des Robert-Koch-Instituts: „Die Verwendung von Visieren kann (…) nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB (Anm: Mund-Nasen-Bedeckung) angesehen werden.“

Generell gilt: Bei der Frage nach dem Umgang mit der Mund-Nase-Maske sollten Sie die  offiziellen Informationen der Länder und Kommunen ebenso berücksichtigen wie die Empfehlungen und Hinweise der Psychotherapeutenkammern und Kassenärztlichen Vereinigungen in Ihrer Region und sich mit Ihren PatientInnen über Ihr jeweiliges Schutzbedürfnis verständigen.

(Stand: 7.05.2020, 12.00 Uhr)

Ist es richtig, dass seit 27.04. in NRW eine Maskenpflicht für Psychotherapeuten und ihre PatientInnen während der Therapie besteht?

Nein! Zwar steht im Gesetz, dass es seit dem 27. April 2020 in Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen – und somit auch in Psychotherapeutischen Praxen, die diesen gleichgestellt sind – Pflicht ist, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wie diese Verpflichtung ausgelegt werden muss für ein Behandlungszimmer, in dem der Mindestabstand sicher gewahrt werden kann, war lange unklar. Der bvvp hat sich ebenso wie die dortige Psychotherapeutenkammer um Klärung bemüht. Am 6. Mai 2020 hat sich nun Dr. Dirk Kassen von der Stabsstelle Corona des dortigen Gesundheitsministeriums dazu eindeutig geäußert: „Es gibt keine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung während der Therapiesitzungen im Behandlungsraum.“

Es bleibt also weiterhin der Mindestabstand das entscheidende Kriterium. Sollten Sie diesen nicht gewährleisten können, ist die Mund-Nase-Bedeckung verpflichtend.
Auf der Grundlage dieser Regelung muss letztendlich jede/r Praxisinhaber/in entscheiden, welche Maßnahmen er/sie ergreift. Alle die, die die Bedeckung von Mund und Nase für erforderlich halten, möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es neben der Mund-Nase-Bedeckung auch Schutzvisiere im Handel gibt, die es uns ermöglichen, die Mimik unserer PatientInnen wahrzunehmen.

Prof. Alexander Kekulé hat in seinem Podcast erläutert, dass auch ein Gesichtsvisier aus transparentem Kunststoff für den Mund-Nasen-Schutz in Psychotherapiesitzungen geeignet ist, nachzulesen hier.

Auch eine Trennscheibe aus Plexiglas, ein sogenannter Spuckschutz, kann einen gewissen – nur beschränkten! – Schutz bieten.

Hier ein paar Hinweise zum Bezug von Visieren, die wir von Mitgliedern erhalten haben. Dies sind ausdrücklich keine Empfehlungen. Matthias Kuhn Kunststofftechnik & Design GmbH, art-decor oder auch Selbstbauanleitungen als Video vom Städtischen Klinikum Görlitz, für Plexiglasscheiben Firma Lobotec in Witten oder bei Otto-Office. Für die verlinkten Seiten übernehmen wir keine Gewähr.

Allerdings bleibt das Problem der feinen Ärosolen in der Luft bestehen, sodass regelmäßiges Lüften weiterhin unabdingbar ist – ebenso natürlich wie die Einhaltung der Abstandsregelung und der Hygienemaßnahmen.

Und wir dürfen nicht verschweigen, dass vor der Nutzung von Gesichtsvisieren als Ersatz für den textilen Mund-Nasen Schutz von anderer Stelle gewarnt wird. So die Stadt Köln:

„Visiere sind kein Ersatz für die in § 12a CoronaSchVO geforderte Mund-Nase-Bedeckung. Ein Visier ist eine für bestimmte Fälle notwendige Ergänzung der persönlichen Schutzausrüstung im medizinischen Bereich. Es wird zusammen mit einem qualifizierten Mund-Nasen-Schutz getragen. Ein Visier ohne Mund-Nasen-Schutz schützt seinen Träger in Bezug auf COVID-19 nur vor direkt anfliegenden Partikeln, nicht jedoch vor der gesamten Partikelwolke ( z.B. Husten), weil es an drei Seiten offen ist.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt diese Aussage auf Nachfrage von KollegInnen: „Die Verwendung von Visieren kann (…) nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden.

Generell gilt: Bei der Entscheidung, ob Sie und Ihr/e Patien/in die Mund-Nase-Maske tragen, sollten Sie die  offiziellen Informationen der Länder und Kommunen ebenso berücksichtigen wie die Empfehlungen und Hinweise der Psychotherapeutenkammern und Kassenärztlichen Vereinigungen in Ihrer Region und sich mit Ihren PatientInnen über Ihr jeweiliges Schutzbedürfnis verständigen.

(Stand: 7.05.2020, 12.00 Uhr)