FAQ zur Praxisorganisation

Muss ich als Psychotherapeut*in haften, wenn sich ein*e Patient*in in meiner Praxis infiziert?
Das ist zumindest denkbar, wenn Sie im Zusammenhang mit der Pandemie Vorsichtsmaßnahmen unterlassen, und sich Patient*innen daraufhin infizieren. Es gab in der Vergangenheit bereits Urteile, nach denen Ärzte Schadenersatz leisten mussten, weil sie Hygienevorschriften missachtet haben. Wie Gerichte aufgrund der aktuellen Situation entscheiden würden, lässt sich aktuell allerdings nicht absehen.
Was ist zu tun, wenn ein in der Praxis behandelter Patient / eine Patientin an COVID-19 erkrankt ist?

Eine Schließung ist erstmal nicht erforderlich. Das RKI empfiehlt in diesen Fällen jedoch, dass die Mitarbeiter, die engen Kontakt zu infizierten Patient*innen hatten, in eine 14-tägige Quarantäne gehen.

Können Psychotherapeut*innen auch Überbrückungshilfe beantragen?

Die Coronahilfen werden bis in den September 2021 hinein verlängert. Unter dem Begriff Überbrückungshilfe III Plus können auch Praxen Unterstützung für ihre laufenden Fixkosten erhalten. Es werden bis zu 90 % der betrieblichen Fixkosten von November 2020 bis September 2021 erstattet. In jedem Fall muss in mindestens einem der Fördermonate ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 % vorliegen. Auch der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit bleibt bestehen. Zudem wird der Umfang der Neustarthilfe erhöht.

Infos u.a. hier: https://www.fuer-gruender.de/blog/coronahilfen/

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können auch Arzt- und Psychotherapiepraxen Liquiditätshilfen zu besonders günstigen Konditionen beantragen. Wichtig: Das Geld muss im Gegensatz zu den Zuschüssen zurückgezahlt werden. Die KfW-Corona-Kredite können ab sofort bei der Hausbank beantragt werden, sofern die Praxis bis zum 31. Dezember 2019 nicht in finanziellen Schwierigkeiten war: https://www.kfw.de/kfw.de.html

Weitere Infos finden Sie unter anderem auf den Seiten der Gewerkschaft VERDI.

 

Darf ich beim Bewerbungsgespräch Bewerber*innen für Praxispersonal fragen, ob sie geimpft sind?

Arbeitgeber dürfen den Impfstatus ihrer Mitarbeiter nicht ohne Weiteres abfragen. Es handelt sich dabei nämlich um besonders sensible Gesundheitsdaten, die nach den Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung vom Arbeitgeber nur unter den strengen Voraussetzungen des § 9 DSGVO verarbeitet werden dürfen. Danach ist eine Verarbeitung, also auch eine Erfassung, grundsätzlich unzulässig, wenn keine Ausnahme nach Art. 9 Abs. 2 DSGVO vorliegt. Als Ausnahme, die eine Datenverarbeitung rechtfertigen könnte, kommt allerdings nur die Einwilligung des betroffenen Beschäftigten nach Art. 9 Abs. 2 Buchst. a) DSGVO in Betracht. Weitere Informationen dazu finden sie hier.

Kann ich bei meinem Praxispersonal in den Arbeitsvertrag schreiben, dass eine Impfung Pflicht ist für die Beschäftigung?

Nach derzeitiger Gesetzeslage kann die Corona-Schutzimpfung auch nicht im Arbeitsvertrag verankert werden, da eine entsprechende Regelung als einer unangemessenen Benachteiligung unwirksam wäre. Denn sie würde von wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelungen abweichen (§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Mangels gesetzlich angeordneter Impfpflicht würde eine solche Klausel die geschützten Grundrechtspositionen der Arbeitnehmer also in unangemessener Weise benachteiligen. Weitere Hintergründe hier.

Darf mein Arbeitgeber mir als PiA einen Bonus anbieten, damit ich mich impfen lasse?

Manche Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten neben der Freistellung auch eine Bonuszahlung an, wenn sie sich impfen lassen. Gegen eine solche “Impf-Prämie“ ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie fördert ein legitimes Anliegen und stellt die Beschäftigten insgesamt finanziell besser.

Darf mich als PiA in der Klinik mein Arbeitgeber fragen, ob ich geimpft bin?

Der Arbeitgeber darf nur solche Informationen erfragen, an denen er ein legitimes Interesse hat. Da es keine Impfpflicht gibt, kann es auch ein solches legitimes Interesse nicht geben, zumal es sich um besonders sensible Daten der Beschäftigten handelt. Anders könnte man dies allenfalls sehen für Beschäftigte, die mit besonders gefährdeten Personen in Kontakt stehen. Sofern es in den medizinischen Einrichtungen ein Hygienekonzept gibt, welches vorsieht, dass nur geimpftes Personal Kontakt mit Patient*innen haben soll, könnte die Einhaltung dieses Konzepts ein legitimes Interesse darstellen. Hier kommt es sehr auf die Gegebenheiten des Einzelfalles an. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Kann ich als Arbeitgeber*in darauf bestehen, dass sich mein Praxispersonal impfen lässt?

Der Arbeitgeber darf nur solche Informationen erfragen, an denen er ein legitimes Interesse hat. Da es keine Impfpflicht gibt, kann es auch ein solches legitimes Interesse nicht geben, zumal es sich um besonders sensible Daten der Beschäftigten handelt. Anders könnte man dies allenfalls sehen für Beschäftigte, die mit besonders gefährdeten Personen in Kontakt stehen. Sofern es in den medizinischen Einrichtungen ein Hygienekonzept gibt, welches vorsieht, dass nur geimpftes Personal Kontakt mit Patient*innen haben soll, könnte die Einhaltung dieses Konzepts ein legitimes Interesse darstellen. Hier kommt es sehr auf die Gegebenheiten des Einzelfalles an. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Kann ich als Arbeitgeber*in darauf bestehen, dass sich meine Praxispersonal impfen lässt?

Nein. Auch wenn natürlich dringend empfohlen wird, sich gegen Corona impfen zu lassen, besteht keine Pflicht dazu. Die Impfung ist freiwillig. Deswegen kann auch der Arbeitgeber nicht anordnen, dass seine Beschäftigten sich impfen lassen. Eine arbeitsrechtliche Weisung in dem Sinne, dass man sich impfen lassen soll, ist also unwirksam und muss nicht befolgt werden. Wer als Arbeitnehmer*in deswegen abgemahnt wird oder sogar die Kündigung erhält, hat gute Chancen, einen Prozess beim Arbeitsgericht zu gewinnen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Können Praxismitarbeiter*innen nach der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung zu Home-Office verpflichtet werden?

Arbeitgeber sind zur Prüfung verpflichtet, ob Büroarbeiten oder vergleichbaren Tätigkeiten im Homeoffice ausgeübt werden können. Eine generelle Homeoffice-Pflicht besteht weiterhin nicht. Laut der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung gilt folgender Grundsatz: „Die Regelung verpflichtet Arbeitgeber bei Büroarbeiten oder vergleichbaren Tätigkeiten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. (…) Nur wenn zwingende betriebliche Gründe entgegensprechen, kann von einer Verlagerung dieser Tätigkeiten abgesehen werden.“ Darüber hinaus können folgende neue Bestimmungen zusammengefasst werden:

  • Es gelten strengere betriebliche Arbeitsschutzregelungen für Abstände und Mund-Nasen-Schutz:
  • Müssen Räume von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden, müssen pro Person 10 m² zur Verfügung stehen.
  • In Betrieben ab 10 Beschäftigten müssen diese in möglichst kleine, feste Arbeitsgruppen eingeteilt werden.
  • Arbeitgeber müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Können wir Psychotherapeut*innen noch prioritär gegen Covid-19 geimpft werden?

Alle Psychotherapeut*innen wurden in die Impfpriorisierungsgruppe II eingstuft, die Psychotherapeut*innen wurden den Fachärzt*innen gleichgestellt. Daher sollte nun allen ein Impfangebot gemacht worden sein. Die Priorisierung wurde allerdings am 7. Juni 2021 aufgehoben.

 

 

Gibt es irgendwelche steuerlichen Erleichterungen, wenn ich mit meiner Praxis in finanzielle Schwierigkeiten gerate?

Ja, so wird von den Steuerbehörden die Möglichkeit eingeräumt, Steuerzahlungen in der Regel zinslos zu stunden. Dies verschafft eine Zahlungspause gegenüber dem Finanzamt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Vorauszahlungen zum Beispiel zur Einkommensteuer herabzusetzen. Ebenso können die Finanzämter die Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer für krisenbetroffene Unternehmern herabsetzen und erstatten. Neben diesen Maßnahmen kann bei den Betroffenen bis zum Ende des Jahres von der Vollstreckung rückständiger Steuerschulden abgesehen werden. Für die konkrete Inanspruchnahme der beschriebenen Steuererleichterungen setzen Sie sich bitte direkt mit Ihrem Finanzamt in Verbindung.

Fristen für die Steuererklärung 2020 sind 02.08.2021 (ohe Steuerberater) und 28.02.2022 (mit Steuerberater).

Wie gehe ich damit um, wenn ich selbst Covid 19 habe? Muss ich die Adressen der Patient*innen an das Gesundheitsamt weitergeben? Wie sieht es mit der Schweigepflicht aus?

Wenn Sie sich mit Sars-CoV-2 infizieren, so sind die Gesundheitsbehörden nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, Sie nach Kontaktpersonen zu befragen und die Kontaktpersonen zu ermitteln. Weiterhin ist mit einem vorübergehenden beruflichen Tätigkeitsverbot im direkten Kontakt mit Patient*innen und ihren Bezugspersonen sowie einer Anordnung häuslicher Quarantäne zu rechnen.

Im Falle des beruflichen Tätigkeitsverbots sieht das Infektionsschutzgesetz Entschädigungsansprüche für PP und KJP vor. Der Anspruch ist binnen einer Frist von drei Monaten beim zuständigen Gesundheitsamt zu stellen. Vertragspsychotherapeut*innen sollten außerdem ihre jeweilige KV unverzüglich benachrichtigen. Es gibt bislang keine politische Entscheidung darüber, welche anderen Kompensationsmöglichkeiten PP und KJP angeboten werden können.

Sie sind nach § 25 Abs. 2, § 16 Abs. 2 Infektionsschutzgesetz zur Mitwirkung und Unterstützung des Gesundheitsamtes an den Ermittlungen der Infektionskette sowie möglicher Kontaktpersonen verpflichtet. In diesem Zusammenhang müssen Sie der Gesundheitsbehörde die erforderlichen Auskünfte über Ihre Kontaktpersonen (Name, Adresse, Telefonnummer) erteilen. Die Durchbrechung der Schweigepflicht ist durch diese gesetzliche Normierung der Auskunftspflicht gerechtfertigt und deshalb gestattet.

Sollten Sie unsicher sein, ob Sie infiziert sind oder nicht, rufen Sie bitte zunächst den Hausarzt an oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117). Sie werden dann über das Vorgehen, insbesondere über die Durchführung des Corona-Tests, informiert.

Wie soll ich damit umgehen, wenn ein/e Patient/in eine Bescheinigung (kein Attest) vom Arzt hat, dass keine Maskenpflicht bestünde?

Eine solche Bescheinigung ist zunächst gültig. Selbstverständlich können Sie selbst Maske tragen und den Raum belüften, Abstand halten, um sich zu schützen. Zudem können Sie auch auf die Videobehandlung ausweichen.

Was muss in der psychotherapeutischen Praxis dokumentiert werden?

Hier ist zu unterscheiden, ob Sie in der Praxis allein arbeiten oder Mitarbeiter*innen beschäftigen. Wenn Sie allein arbeiten, sind die Dokumentationspflichten deutlich geringer.

Wichtig ist vor allem der Hygieneplan.
Nach den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI sollte der Plan ein gestuftes Konzept aus Basishygienemaßnahmen (grundsätzlich im Praxisbetrieb anzuwendende Maßnahmen) und ergänzenden Pandemie-Hygienemaßnahmen enthalten.

Hinzu kommt ein Hygiene-Konzept für die Praxis, letztlich ein Plan, wie und welche Maßnahmen in der Praxis ergriffen werden sollen, um neben den im Hygieneplan enthaltenen Maßnahmen Vorsorge gegen Ansteckungen zu treffen.

Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie diese in den Hygieneplan und das Hygienekonzept einweisen. Dies muss dokumentiert werden. Zudem muss ein Plan festgelegt werden, wie nach einem Kontakt mit infizierten Personen umgegangen wird.

Was ist bei COVID-Verdachtsfällen oder bestätigten COVID-Fällen in der Praxis zu tun?

Im Falle eines Verdachts oder einer bestätigten Infektion können PP und KJP zur Meldung und damit zur Durchbrechung der Schweigepflicht verpflichtet sein.
Es sind insoweit die Meldepflichten des Infektionsschutzgesetzes zu beachten (https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg)

Wir als PP und KJP sind nur zur Meldung verpflichtet sind, wenn
1. ein begründeter Verdacht nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts besteht und
2. noch kein Arzt hinzugezogen wurde.
Es besteht aufgrund dieser Bestimmungen keine Pflicht für PP und KJP die Patientinnen und Patienten aktiv auf den Verdacht einer Covid-19-Erkrankung hin zu befragen oder gar zu untersuchen.

Sollte eine Patientin oder ein Patient Ihnen von Symptomen, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst werden, berichten oder Ihnen mitteilen, dass Kontakt mit einem bestätigten Fall einer SARS-CoV-2-Infektion bestand bzw. kürzlich ein Aufenthalt in einem Risikogebiet stattgefunden hat, sollten Sie im ersten Schritt klären, ob bereits ein Arzt / eine Ärztin hinzugezogen wurde. Ist dies bereits erfolgt, besteht für Sie kein weiterer Handlungsbedarf. Sollte eine ärztliche Abklärung nicht erfolgt sein oder diese von dem Patienten/ der Patientin abgelehnt werden, besteht eine Meldepflicht an das zuständige Gesundheitsamt. Eine solche Meldung an das zuständige Gesundheitsamt muss gemäß Gesetz/Verordnung erfolgen und stellt keine Verletzung der Schweigepflicht dar. Sie sollten allerdings den Patienten / die Patientin hierüber unterrichten.

Für Sie selbst gilt: Bitte warten Sie die Entscheidung des Gesundheitsamtes ab, ob Ihre Praxis nach Kontakt mit infizierten Patienten geschlossen werden muss und Sie sich in häusliche Quarantäne begeben müssen oder nicht.

Stimmt es, dass die „Hygienepauschale“ nochmal bis zum 30.09.2021 verlängert wurde?

Ja, es stimmt, der GOÄ-Hygienezuschlag ist bis Ende September 2021 abrechenbar.

Die Abrechnung der Hygieneziffer A 245 ist weiterhin möglich, allerdings nur mit dem einfachen Satz (6,41 Euro). Sie ist bei jedem persönlichen Kontakt mit den Patient*innen anzusetzen. Diese Ziffer ist von Psychotherapeut*innen aller Berufsgruppen abrechnungsfähig.

Von März 2020 an konnte der Zuschlag zunächst in Höhe von 15 Euro pro Arztbesuch abgerechnet werden. Diese Regelung ist zum 30. September 2020 ausgelaufen.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Mitgliederinformation zum Thema Verlängerung der Corona-Sonderregelungen bis Ende des 3. Quartals 2021 im internen Bereich.

Bei der Behandlung von PKV-Versicherten gilt:

Es kann weiterhin der Hygienezuschlag A245 zum einfachen Satz (6,41 Euro) für jede face-to-face Sitzung / jedes persönliche Gespräch in der Praxis abgerechnet werden. Weitere Infos finden Sie hier.

Wurden die Corona-Sonderregelungen auch für das 3. Quartal 2021 verlängert?

Ja, die Corona-Sonderreglungen wurden erneut und zunächst bis 30.09.2021 verlängert.

Dies gilt für:

  • die Sprechstunden und Probatorik per Video,
  • die Aufhebung der 20%-Grenzen und
  • die Umwandlung von Gruppentherapie in Einzeltherapie.

Es ist möglich, Patient*innen, die über keine Möglichkeit verfügen, persönlich in die Praxis zu kommen oder die Videosprechstunden zu nutzen, über Telefon zu behandeln. Dafür wird die Telefonziffer 01433 genutzt. Alle Infos zur Abrechnung finden Sie auch in einer Mitglieder-Information im internen Bereich unserer Homepage „Mein bvvp“.

Außerdem hat der Bundestag beschlossen, die Akutbehandlung via Video zu ermöglichen. Veröffentlicht wird das Gesetz im Bundesanzeiger vermutlich Ende Mai, dann tritt es in Kraft. Der Bewertungsausschuss muss dann noch bis zum 30. September 2021 die Voraussetzungen festlegen. Dazu hier die Pressemitteiluung der BPtK.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Mitgliederinformation zum Thema Verlängerung der Corona-Sonderregelungen bis Ende des 3. Quartals 2021 im internen Bereich.

Bei der Behandlung von PKV-Versicherten gilt:

  1. Es kann weiterhin der Hygienezuschlag A245 zum einfachen Satz (6,41 Euro) für jede face-to-face Sitzung / jedes persönliche Gespräch in der Praxis abgerechnet werden.
  2. Alle Leistungen, auch Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung, können per Video erbracht werden.

Doch Achtung: Für längere telefonische Beratungen wird die mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ nach Ablauf des 2. Quartals nicht mehr möglich sein! Aufgrund der gesunkenen Infektionszahlen hätten die Beteiligten keine Notwendigkeit einer weiteren Verlängerung der Abrechnungsempfehlung mehr gesehen, teilte uns nun auf unsere ausdrückliche Nachfrage hin die Bundesärztekammer mit. Es bestehe allerdings nach wie vor die Möglichkeit, (auch längere) Beratungsleistungen per Telefon regulär über die Nr. 3 bzw. 1 GOÄ (ggf. mit einem erhöhten Gebührensatz) abzurechnen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen:

Link zur Bundesärztekammer: https://www.bundesaerztekammer.de/corona-pandemie/abrechnungsempfehlungen-im-rahmen-der-corona-pandemie/

Kann Covid 19 als Berufskrankheit gelten?

Um Covid-19 als Berufskrankheit geltend machen zu können, müsse die betroffene Person im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten gehabt haben, Covid-19-typische Symptome zeigen und einen positiven Virusnachweis per PCR-Test besitzen. Die Testkosten würde dann in der Regel der Unfallversicherungsträger übernehmen.

Doch was passiert eigentlich genau, wenn sich Ärzt*innen/Psychotherapeut*innen oder medizinisches Personal im Rahmen ihrer Tätigkeit mit dem Coronavirus infizieren und daraufhin an Covid-19 erkranken?

DIVI-Generalsekretär Prof. Felix Walcher, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Magdeburg, erklärte im Ärztlichen Nachrichtendienst: In diesem Fall bestehe die Verpflichtung der behandelnden Ärzte sowie der Arbeitgeber der gesetzlichen Unfallversicherung, den begründeten Verdacht auf eine Berufskrankheit anzuzeigen.
Dafür zuständig seien bei Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft die zuständige Unfallkasse der Länder – bei Einrichtungen in privater oder kirchlicher Trägerschaft die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Weitere Informationen können Sie dem Infoblatt Covid 19 als Berufskrankheit? Informationen für Beschäftigte im Gesundheitswesen, das die Unfallversicherung (DGUV) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gemeinsam erstellt haben, entnehmen.

 

Stimmt es, dass die Luftfeuchtigkeit in Räumen eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielt?

Laut einem Bericht der dpa hat ein deutsch-indisches Forscherteam festgetellt, dass sich das Sars-Cov-2-Virus in trockenen Räumen schneller ausbreitet. Deshalb empfiehlt das Forscherteam eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent in Innenräumen.

Quelle: tagesschau.de: Corona und Luftfeuchtigkeit

Wie wirksam sind Luftreinigungssysteme gegen Corona-Viren?

Aktuell wird viel über das richtige Lüften und die Wirksamkeit verschiedener Lüftungssysteme in Zusammenhang mit dem Corona-Virus berichtet. Wir sind keine Wissenschaftler und können deshalb nur Hinweise geben auf Studien und Artikel, die zu dem Thema erscheinen.

In diesem Artikel des RND: Corona-Ansteckung in Innenräumen sind verschiedene Studienergebnisse zusammengestellt. Das Fazit der Autoren: Hepa-Filter sind gegen Corona-Viren wirksam, bieten aber keinen 100-prozentigen Schutz. Und: Abstand halten ist weiter unumgänglich.

bvvp-Mitglieder können im internen Homepage-Bereich Dienstleistungen Informationen erhalten, wie Sie ein Luftreinigungsgerät erwerben können, für das Sie einen bvvp-Rabatt erhalten. Der bvvp kann als Berufsverband keine Produktempfehlungen aussprechen. Wir bitten Sie also, sich selbst mit den Angaben des Herstellers zu befassen und diese zu prüfen. Weitere Indormationen finden Sie auch in unserem Info Kompakt zum Thema Hygiene, das wir für Mitglieder im internen Bereich „Mein bvvp“ hinterlegt haben.

Gibt es Anleitungen zum richtigen Lüften der Praxisräume?

Regelmäßiges Lüften kann das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 deutlich reduzieren. Die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt hat eine aktuelle Stellungnahme zum richtigen Lüften herausgegeben.

Auch wenn sich die Hinweise nicht explizit auf Therapieräume beziehen, lässt sich einiges für die Praxis daraus ableiten: Stellungnahme der Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt.

Die Pressemitteilung lesen Sie hier: Umweltbundesamt Pressemitteilung: richtiges Lüften reduziert Risiko der Sars-Cov-2-Übertragung

Wissenschaftler*innen des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin haben am 20.08.2020 FAQ erstellt zu den wichtigsten Fragen rund um die Lüftung von Innenräumen: FAQ zu Aersolen in Bezug auf Sars-cov-2.

Mitglieder finden alle relevanten Informationen zum Thema Hygiene in der psychotherapeutischen Praxis in einem ausführichen Info Kompakt auf den internen Seiten unserer Homepage unter „Mein bvvp“.

 

 

Stimmt es, dass sich auch die Trägerorganisationen des Deutschen Psychologie-Preises in einem Papier zur Bewältigung der Covid-19 Krise aus psychologischer Sicht geäußert haben?

Ja, die vier Trägerorganisationen des Deutschen Psychologie Preises – der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) – haben sich in einem gemeinsamen Konzeptpapier zu den psychologischen Herausforderungen, Zielen und Maßnahmen im Umgang mit der Pandemie geäußert. Zu den Kernthemen Stimmungswandel, Schutzverhalten, psychische Folgen, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Notwendigkeit einer repräsentativen Datengrundlage benennen sie zentrale Herausforderungen und empfehlen konkrete Maßnahmen.

Herausforderungen, Ziele und Maßnahmen im Umgang mit der Pandemie aus psychologischer Sicht

 

 

Gibt es gutes Praxis-Material für meine Patient*innen zu Hygiene, Maskenschutz und so weiter?
Für welche Leistungen können Praxen Ausgleichszahlungen erhalten?

Das „Gesetz zur Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite betreffenden Regelungen“ war zunächst bis zum 31. März 2021 befristet, wurde dann zuletzt am 11. Juni erneut verlängert. Zu den Regelungen zählt auch der Schutzschirm für Vertragsarztpraxen, der coronabedingte Fallzahlrückgänge in den Praxen auffangen soll. Dieser umfasst nach seiner Verlängerung die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, aber keine extrabudgetären Leistungen.

Die Kven dürfen eine „befristete Ausgleichszahlung“ an einen Leistungserbringer zahlen, wenn eine Gesamt-​​Honorarminderung um mindestens 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erfolgt ist und diese Minderung Folge einer verringerten Fallzahl infolge einer Pandemie, etc. ist. Die Ausgleichszahlung ist allerdings auf Leistungen beschränkt, die von den Krankenkassen extrabudgetär gezahlt werden. Weitere Informationen zum Beispiel hier.

 

Gibt es einen Leitfaden, wie Qualitätszirkel per Videokonferenz durchgeführt werden?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen Leitfaden veröffentlicht, mit Tipps zu Planung, Durchführung und Nachbereitung für online durchgeführte Qualitätszirkel:

Qualitätszirkel online gestalten. Auch eine Checkliste ist dabei.

Wichtig ist auch hier der Datenschutz, vor allem, da in QZ auch über Patient*innen gesprochen wird. Die KBV schreibt dazu:

„Weisen Sie die Teilnehmenden explizit darauf hin, dass keine Namen oder Daten, insbesondere von Patienten oder nicht anwesenden Kollegen genannt werden, die eine Identifizierung der Person möglich machen. Dies dient dem Datenschutz.“

Man kann anzweifeln, ob das datenschutzrechtlich wirklich ausreicht. Um sicherzugehen, sollte man einen Anbieter wählen, der eine verschlüsselte Verbindung gewährleistet und keine Daten der Teilnehmer*innen oder Inhalte der Videokonferenz speichert.

Einen Einblick ins Thema und Überblick über verschiedene Anbieter gibt es zum Beispiel auf dieser Seite: Ende zu Ende Verschlüsselung von Videokonferenzen.

Gibt es lesenswerte Erfahrungsberichte von Psychotherapeut*innen zu ihrer Arbeit in der Corona-Pandemie?

Ja, die Bundespsychotherapeutenkammer BPtK hat einen sehr schönen Reader mit Erfahrungsberichten von Psychotherapeut*innen in den verschiedensten Settings erstellt:
BPtK Reader .

Als KJP könnten auch diese FAQ für Sie hilfreich sein: Gibt es inzwischen für KJP schon etwas wie einen Lagebericht – eine Art Auswertung der Arbeitsmöglichkeiten während der Pandemie?

Sie finden den Text, an dem auch der bvvp Vorstandsbeauftragte Jonas Göbel mitgewirkt hat, in der FAQ-Rubrik zu KJP.

Welche Regelungen zur Maskenpflicht gibt es in den einzelnen Bundesländern?

Deutschlandweit gilt in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften besteht die Verpflichtung, eine medizinische Maske zu tragen. In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 sollen Mitfahrer auch im privaten PKW medizinische Masken tragen, soweit sie nicht dem eigenen Hausstand angehören.

Bundesweit einheitliche Regelungen für Psychotherapeut*innen gibt es nicht, denn die Ausführungsbestimmungen liegen in der Regelungskompetenz der Bundesländer. Es besteht generell Mundschutzpflicht für alle in der Praxis anwesenden Personen; die Mund-Nase-Bedeckung ist vor Betreten der Praxis aufzusetzen.

Die unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern können Sie auf der Internetseite der Bundesregierung einsehen.

Was muss ich beachten, wenn ich eine Maske trage?

Zunächst mal, derzeit müssen alle Bürger in Deutschland in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, einen Nasen-Mund-Schutz tragen. Im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften besteht die Verpflichtung, eine medizinische Maske zu tragen. In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 sollen Mitfahrer auch im privaten PKW medizinische Masken tragen, soweit sie nicht dem eigenen Hausstand angehören. Die unterschiedliche Regelungen, welche Form von Maske in den einzelnen Bundesländern getragen werden muss, können Sie auf der Internetseite der Bundesregierung einsehen.

Wie man die Masken richtig verwendet, darüber gibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Auskunft.

Wie man die Schutzmasken richtig trägt und auch reinigt, das hat unter anderem der NDR zusammengefasst.

Die Maske gilt, laut Robert-Koch-Institut, nur als zusätzlicher Schutz, ist also auf keinen Fall ein Ersatz dafür, dass man den sicheren Abstand von mindestens 1,5 Meter und die weiteren Hygieneregeln einhält.

Müssen Psychotherapeut*innen Masken tragen?

Deutschlandweit gilt in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften besteht die Verpflichtung, eine medizinische Maske zu tragen. In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 sollen Mitfahrer auch im privaten PKW medizinische Masken tragen, soweit sie nicht dem eigenen Hausstand angehören.

Bundesweit einheitliche Regelungen für Psychotherapeut*innen gibt es nicht, denn die Ausführungsbestimmungen liegen in der Regelungskompetenz der Bundesländer. Es besteht generell Mundschutzpflicht für alle in der Praxis anwesenden Personen; die Mund-Nase-Bedeckung ist vor Betreten der Praxis aufzusetzen.

Die unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern können Sie auf der Internetseite der Bundesregierung einsehen.

Sicher ist: Eine Maske ersetzt NICHT den Mindestabstand, sodass Gruppen weiterhin nicht durchgeführt werden können, wenn dieser nicht gewährleistet werden kann. Regelmäßiges Lüften bleibt ohnehin weiterhin unabdingbar ist.

Generell gilt: Bei der Frage nach dem Umgang mit der Mund-Nase-Maske sollten Sie die  offiziellen Informationen der Länder und Kommunen ebenso berücksichtigen wie die Empfehlungen und Hinweise der Psychotherapeutenkammern und Kassenärztlichen Vereinigungen in Ihrer Region und sich mit Ihren Patient*innen über Ihr jeweiliges Schutzbedürfnis verständigen.

Gibt es irgendwo eine Übersicht mit Hilfsangeboten für häusliche Gewalt, falls wir diese für Patient*innen befürchten müssen?

Ja, das gibt es, der Berliner Verein S.I.G.N.A.L. – Intervention im Gesundheitsbereich gegen Gewalt – hat zum Beispiel eine Information veröffentlicht, die Tipps, auch für Psychotherapeut*innen enthält. Das Dokument finden Sie hier.

Eine Übersicht bundesweiter Hilfsangebote stellt aber auch die KBV bereit.

Wie ist das mit der Erfüllung meiner Fortbildungspflicht? Fast alle Fortbildungsveranstaltungen werden abgesagt, sodass ich keine Punkte sammeln kann?

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wurde für Ärzte und Psychotherapeut*innen aufgrund der Coronavirus-Pandemie erneut, nun bis zum 30.09.2021, verlängert.
Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach Paragraf 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden.

Gibt es irgendwo gute Handlungsempfehlungen zum psychosozialen Umgang mit sich selbst in der Quarantänezeit?

Es gibt eine Fülle von Linksammlungen in diesen Zeiten. Wir haben einmal ein paar Links für Sie zusammengestellt, die wir für hilfreich halten:

– Gute Informationen gibt das Papier der psychologischen Hochschule Berlin. Das Dokument von Professor Jacobi, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie (Schwerpunkt Verhaltenstherapie), gibt Auskunft, wie man häusliche Quarantäne gut übersteht, falls Sie oder Ihre Patient*innen davon betroffen sein sollten.

– Ein ähnliches Dokument hat der Berufsverband Österreichischer Psycholog*innen erstellt.

– Tipps, wie man körperlich aktiv bleibt während der Selbstquarantäne, hat die Weltgesundheitsorganisation in einem Papier gegeben.

– Tipps bei Angst in der Corona-Krise gibt auch ein ZDF-Dossier unter der Unterüberschrift: „Wie Sie jetzt seelisch gesund bleiben“.

 

Gibt es auch Unterstützung für Psychotherapeut*innen mit Kostenerstattungsverfahren?

Der  bvvp sieht die Kostenerstattung grundsätzlich als Benachteiligung der wichtigen dort tätigen Psychotherapeut*innen. Wir setzen uns seit Jahren für angemessene Verhältniszahlen ein, unterstützen außerdem auch Kolleg*innen gerade im Ländlichen, dass sie eine Sonderbedarfszulassung bekommen.

Die Krise ist wieder ein gutes Beispiel, denn es wird mit Sicherheit keine generellen Ausnahmeregelungen bei der Leitungserbringung geschweige denn einen Schutzschirm der Selbstverwaltung geben in diesem Bereich.

Finanzielle Unterstützung kann man als Kostenerstatter im Rahmen der Hilfsmaßnahmen als Kleinunternehmer beantragen. Mehr dazu finden Sie u.a. hier!

Kann ich Videosprechstunden bei der Beihilfe abrechnen?

Ja, Videobehandlungen sind unter eingeschränkten Bedingungen abrechnungsfähig.

Wörtlich schreibt das Bundesverwaltungsamt auf seiner Homepage.

„Psychotherapien per Videosprechstunde werden anerkannt, wenn keine anderen Möglichkeiten bestehen. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut muss unter Berücksichtigung der individuellen Krankheits- und Lebensumstände entscheiden, ob eine Videosprechstunde durchgeführt werden kann.“

Bei der Behandlung von PKV-Versicherten gilt – zunächst befristet bis zum 30.09.2021:

  1. Es kann weiterhin der Hygienezuschlag A245 zum einfachen Satz (6,41 Euro) für jede face-to-face Sitzung / jedes persönliche Gespräch in der Praxis abgerechnet werden.
  2. Alle Leistungen, auch Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung, können per Video erbracht werden.

Doch Achtung: Für längere telefonische Beratungen wird die mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ nach Ablauf des 2. Quartals nicht mehr möglich sein! Aufgrund der gesunkenen Infektionszahlen hätten die Beteiligten keine Notwendigkeit einer weiteren Verlängerung der Abrechnungsempfehlung mehr gesehen, teilte uns nun auf unsere ausdrückliche Nachfrage hin die Bundesärztekammer mit. Es bestehe allerdings nach wie vor die Möglichkeit, (auch längere) Beratungsleistungen per Telefon regulär über die Nr. 3 bzw. 1 GOÄ (ggf. mit einem erhöhten Gebührensatz) abzurechnen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen:

Link zur Bundesärztekammer: https://www.bundesaerztekammer.de/corona-pandemie/abrechnungsempfehlungen-im-rahmen-der-corona-pandemie/

Gibt es eigentlich eine kommentierte Linkliste zu Online-Angeboten für Kinder, Eltern und Fachkräfte in der Corona-Krisenzeit?

Unser Vorstandsbeauftragter Jonas PW Goebel hat zusammen mit seinen Kolleginnen Clara Pering und Dr. Felicitas Bergmann eine Liste zusammengestellt. Sie können sie hier herunterladen: Linkliste zu Corona von Bergmann, Goebel und Pering.

Von den Regelungen zur Eindämmung der Corona-Krise ist auch die ambulante Versorgung in den Institutsambulanzen betroffen. Macht sich der bvvp auch für uns dort tätige PiA stark?

Ja, der bvvp hat in einer einstimmig verabschiedeten Resolution auf seiner Frühjahrs-Delegiertenkonferenz vom 27. bis 28. März 2020, die dieses Jahr digital durchgeführt wurde, eine ganze Reihe von Ausnahmeregelungen gefordert, um die Versorgung psychisch kranker Menschen in der derzeitigen Corona-Krise zu sichern: Mit Nachdruck wurde in der Pressemitteilung gefordert, dass alle geforderten Regelungen äquivalent für die ambulante Versorgung durch PiA in den Institutsambulanzen getroffen werden müssen!

Dies sollte verhindern, dass sich die laufenden Ausbildungen durch die Corona-Krise verzögern. Hier tragen die Ausbildungsinstitute bei der konkreten Umsetzung eine besondere Verantwortung.

 

Wir in Ausbildungsinstituten und Hochschulambulanzen tätigen PiA sind besonders von der Coronakrise betroffen. Wir wissen oft nicht, wie wir unsere Ausbildung fortführen können? Gibt es irgendwo Infos dazu?

Ja, die Regelungen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus betreffen auch und in besonderem Maße den Betrieb der Ambulanzen der Ausbildungsinstitute und Hochschuleinrichtungen. Wichtige Punkte, die zur Klärung von häufig gestellten Fragen dienen könnten, hat zum Beispiel die „Arbeitsgemeinschaft der staatlich anerkannten Ausbildungsinstitute und Hochschulambulanzen für Psychologische Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in BW“ in einem Schreiben an Ausbildungsinstitute zusammengefasst. Darin geht es auch um Prüfungen und Supervisionen, die Weiterführungsbedingungen für Ambulanzen, um das Thema Honorarausfall für Ausbildungs- und Honorartherapeut*innen oder um Video-unterstützte Psychotherapie.

Auch der bvvp hat in einer Resolution, verabschiedet auf seiner Bundesdelegiertenkonferenz im März, eine besondere Berücksichtigung der PiA gefordert.

 

Ich bin angestellt in einem MVZ tätig. Darf mich mein Chef auffordern, wenn weniger zu tun ist, meine Überstunden abzubummeln oder Urlaubstage einzusetzen?

Zu dem Thema melden sich derzeit viele Experten zu Wort. Die Einschätzungen sind teilweise widersprüchlich. Johannes Schipp ist Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Auch er räumt ein, dass es zur Frage, in welchem Rahmen Urlaub angeordnet werden kann, keine eindeutigen Regeln gebe. Seiner Einschätzung nach kann es aber in einer Pandemie-Situation durchaus möglich sein, dass Arbeitnehmer die Hälfte oder zwei Drittel ihres Urlaubsanspruchs erst einmal einsetzen müssten.

Im Zusammenhang mit der Beantragung von Kurzarbeitergeld durch Arbeitgeber äußert er sich in einem Zeitungsartikel wie folgt:

Kurzarbeit kann der Arbeitgeber demnach anmelden, wenn der Arbeitsausfall unvermeidbar ist und der Betrieb alles getan hat, um ihn zu vermindern oder zu beheben. „Das bedeutet, dass zunächst auch Zeitguthaben, Überstunden oder Ähnliches „abgefeiert“ werden müssen“, erklärt Schipp. Zudem sei es möglich, Urlaub anzuordnen, soweit die betreffenden Urlaubstage nicht schon genehmigt sind. Urlaub, der schon genehmigt ist, könne vom Arbeitgeber nicht ohne weiteres wieder gestrichen werden.“

Wenn aber noch eine Auswahlmöglichkeit für den Arbeitgeber verbleibe, werde die Auswahl nach sogenanntem „billigem Ermessen“ erfolgen müssen. Der Arbeitgeber könne also nicht willkürlich verfahren. Und „In Betrieben mit Betriebsräten unterliegen die Einführung der Kurzarbeit und die Regelung der Einzelheiten zudem der Mitbestimmung des Betriebsrats.

 

 

Gibt es Empfehlungen für KBV-zertifizierte Programme für Videobehandlungen?

Gruppenpsychotherapien fallen nicht unter das behördliche Versammlungsverbot. Hier ist eine individuelle Absprache unter den Teilnehmer*innen möglich, die Sitzung durchzuführen, wenn keine Risikopatient*innen, Patient*innen mit Krankheitssymptomen oder Rückkehrer aus Risikogebieten dabei sind. Eine Einigung auf Durchführung der Gruppentherapiesitzung sollte wegen möglicher Haftungsfragen vorsorglich dokumentiert werden.

Die BPtK hat uns auf unsere Frage hin, ob Gruppenpsychotherapien weiterhin durchgeführt werden dürfen, geantwortet: Derzeit bestünden „keine allgemeinen Empfehlungen von Gesundheitsbehörden bzw. vom Robert-Koch-Institut, Zusammenkünfte mit der üblichen Teilnehmerzahl einer Gruppentherapie abzusagen. Die Frage der Teilnahme liegt daher in der Eigenverantwortung und Einzelentscheidung aller beteiligten Personen. Im Vorfeld einer Gruppentherapiesitzung sollte ausgeschlossen werden, dass sich unter den Teilnehmern/Teilnehmerinnen Personen befinden, die im Hinblick auf das Infektionsgeschehen Kontakte meiden sollten. Das heißt zum Beispiel, dass Gruppen dann gegebenenfalls mit reduzierten Teilnehmerzahlen stattfinden müssen, wenn sich einzelne Teilnehmer oder Teilnehmerinnen in Quarantäne befinden. Wichtig ist, während der Gruppe darauf zu achten, einen ausreichenden Abstand zwischen den Teilnehmerinnen zu ermöglichen und natürlich verstärkt auf Hygieneregeln zu achten.“

Für Gruppenpsychotherapien sind derzeit keine Videobehandlungen möglich, hier wurde auch seitens des bvvp an die KBV herangetragen, dass es Ausnahmeregelungen für einen begrenzten Zeitraum geben müsse. Damit konnten wir uns leider nicht durchsetzen.

Unsere Forderung, dass Gruppensitzungen ohne großen bürokratischen Aufwand in Einzelsitzungen umgewandelt werden können, wurde umgesetzt und die Genehmigung inzwischen noch einmal verlängert. Sie gilt nun bis zum 30. September 2021. Außerdem gibt es wie bisher bei reiner Gruppenpsychotherapie zusätzliche Einzelsitzungen im Verhältnis 1 zu 10 ohne Antrags- oder Anzeigeverfahren.

Was muss ich in der psychotherapeutischen Versorgung von Patient*innen in Quarantäne beachten?

Es gilt: Patientinnen und Patienten in Quarantäne dürfen von Ihnen fernbehandelt werden. Die Psychotherapeutenkammer NRW gibt dazu noch diesen wichtigen Hinweis:

„Sollte es Anzeichen für eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung der Patientin oder des Patienten in Quarantäne geben, ist die fachlich gebotene Hilfe über die Verständigung der Polizei oder des Rettungsdienstes einzuleiten. Dabei hat unbedingt die Mitteilung zu erfolgen, dass sich die betroffene Person in Quarantäne befindet.“

Quelle: PTK NRW: Was ist bezüglich der psychotherapeutischen Versorgung von PatientInnen in Quarantäne zu beachten?

 

 

Was gilt für angestellt tätige Psychotherapeut*innen in der Coronakrise?

Auskünfte zu arbeits- und arbeitsschutzrechtlichen Fragen zum Coronavirus gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

BMAS: Arbeitsrechtliche Auswirkungen

Wer angestellt und mit dem Virus infiziert ist, hat während der Erkrankung einen Anspruch, dass sein/ihr Entgelt über sechs Wochen weiterbezahlt wird, anschließend hat man einen Anspruch auf Krankengeld. Während einer angeordneten Quarantäne besteht ein Anspruch auf Freistellung bei Entgeltfortzahlung über § 56 des Infektionsschutzgesetzes.

Gibt es Merkblätter zur Hygiene, die ich in der Praxis auslegen kann?

Anleitungen für das richtige Händewaschen – abgestimmt auf verschiedene Altersgruppen und in verschiedenen Sprachen verfügbar – finden Sie zum Herunterladen auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die Bundeszentrale bietet außerdem hier Aufkleber, Plakate und Broschüren zur Hygiene allgemein, die besonders für KJP-Praxen geeignet sind.

Für  die spezielle Situation in Kinder- und Jugendlichentherapiepraxen hat unser Vorstandsmittglied Frau Sartorius hilfreiche Vorsorgetipps aus Ihrem Praxisalltag zusammengestellt: Empfehlungen zur Ansteckungsvermeidung in KJP-Praxen.

Der bvvp hat im internen Mitgliederbereich für Sie zudem das bvvp Info kompakt zu Hygiene hinterlegt.

Muss meine Praxis-Unterbrechungs-Versicherung bezahlen, wenn ich aufgrund der Corona-Krise für eine bestimmte Zeit nicht mehr arbeiten kann, weil ich zum Beispiel in Quarantäne bin?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Nach Anfragen hat zum Beispiel die Donau Versicherung AG auf diese Frage eines Mitglieds brieflich mitgeteilt, dass prinzipiell „im Rahmen der P.U.V. Verträge Versicherungsschutz für eine behördlich angeordnete Quarantäne in Folge einer Seuche besteht“ – sofern Sie persönlich betroffen sind.

Allerdings heißt es dort auch: „Wir haben es im Rahmen der Praxis-Unterbrechungs-Versicherung auf der einen Seite mit verschiedenen Tarif- und Produktgenerationen zu tun und auf der anderen Seite mit unterschiedlichen Sachzusammenhängen.“

Das bedeutet: Schauen Sie genau in Ihren Vertrag hinein, was abgedeckt ist! Jeder Einzelfall werde geprüft, wurde zugesagt. Allerdings werden Sie auch verpflichtet, selbst zu klären, „ob aus staatlichen Quellen (z.B. über das Infektionsschutzgesetz, von Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung …) Ansprüche zu erwarten sind. Solche staatlichen Ansprüche wären nämlich mit der P.U.V Leistung zu verrechnen.

Wie sollen wir verfahren, wenn Gesundheitskarten nicht eingelesen werden können und ich eine Videosprechstunde anbieten und durchführen möchte ?

„Das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist nicht notwendig. Es kommt das Ersatzverfahren zur Anwendung“, heißt es aus der KV, wenn eine gültige Karte nicht eingelesen werden kann. Praxen müssen dann folgende Daten vom Patienten oder der Patientin im PVS festhalten:

  1. Name der Krankenkasse
  2. Vorname des/r Versicherten
  3. Name des/r Versicherten
  4. Geburtsdatum
  5. Versichertenart
  6. Postleitzahl des Wohnorts
  7. wenn möglich: die Versichertennummer (erste zehn Stellen)

Der/Die Versicherte muss normalerweise durch seine/ihre Unterschrift auf dem Abrechnungsschein (Vordruckmuster 5) bestätigen, dass er/sie gesetzlich krankenversichert ist. Dies wird in dieser Ausnahmesituation nicht gefordert werden.

Wenn der Patient bereits im letzten Quartal bei Ihnen war, können Sie die Daten einfach übernehmen, um das Ersatzverfahren anzulegen.

Wenn der Patient das erste Mal bei Ihnen ist und nur per Video behandelt wird, müssen Sie alle Daten manuell eingeben.

Lassen Sie die Patient*innen ihre Gesundheitskarten in die Kamera halten, dort können Sie die Daten abschreiben und sich von diesen mündlich bestätigten, dass sie gesetzlich krankenversichert sind.

Dasselbe geht natürlich auch per Telefon. Nötig ist dann, dass der Patient Ihnen die Daten der Gesundheitkarte vorliest.

Wo finde ich weitere Infos anderer wichtiger Institutionen für uns Psychotherapeut*innen?

Die BPtK gibt zum Beispiel für Psychotherapeut*innen eine Praxis-Information zum Umgang mit dem Coronavirus heraus, die auch wichtige Fragen aus dem Praxisalltag beantwortet und fortwährend aktualisiert wird. BPtK-Praxis-Info „Coronavirus“

Zusammenfassende Infos der KBV mit Informationen zum Virus und dem Umgang mit der Krise für Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Praxispersonal bietet auch die KBV-Sonderseite.

Auch alle Landeskammern und die regionalen KVen bieten Sonderinformationen zur Coronakrise an.

Wie sorgen Sie dafür, dass die jetzigen Forderungen unsererseits in Bezug auf Videotherapie / Digitalisierung uns langfristig nicht schaden?

Die Frage, ob eine verstärkte Behandlung mittels Instrumenten der Digitalisierung insgesamt langfristig nicht zu unserem Nachteil werden könnte, hat uns natürlich schon im Vorfeld aller Entscheidungen und Aktivitäten dazu intensiv beschäftigt. Andererseits sehen wir uns im bvvp in der Pflicht, auch unter den Bedingungen der Coronakrise die Versorgung unserer Patient*innen so gut wie möglich sicherzustellen. Wir gehen davon aus, dass es kaum einen Behandler geben wird, der in diesen Möglichkeiten einen dauerhaften Ersatz für die Behandlung im direkten Kontakt sehen wird. Auch gibt es eine nicht unerhebliche Zahl an Patient*innen, die keine Behandlung per Video wünschen oder nicht über die technischen Voraussetzungen verfügen. Dies sind Möglichkeiten, um in der Krise eine eventuell weitere Dekompensation unserer Patient*innen zu verhindern und keine Settings, die primär einer effektiven, leitliniengerechten Behandlung dienen. Dies wird der Politik unseres Erachtens nach Beendigung der aktuellen Krise auch zu vermitteln sein.

Ich kann in meiner Praxis Abstand halten: Dürfen Patient*innen also zu mir kommen, wenn sie es möchten?

Ja, es ist nicht verboten, psychotherapeutische Behandlungen in der Praxis durchzuführen. Es gilt grundsätzlich: Die Entscheidung liegt bei Ihnen als approbierte Behandlerin oder approbierter Behandler.

Praxen für Psychotherapie sind den Praxen der niedergelassenen Ärzteschaft gleichgestellt. Ihre Patient*innen können also wie Patient*innen von niedergelassenen Ärzten Ihre Praxis aufsuchen und sich gemäß den Hygienevorschriften und dem Abstandsgebot dort aufhalten. Sie brauchen keine Überweisung, kein ärztliches Attest und auch keine Notwendigkeitsbescheinigung.

 

Die Teilnahme der Patienten bei Videobehandlung ist freiwillig. Falls ein Patient nicht per Video kommunizieren will, bin ich dann gesetzlich gezwungen, ihn persönlich zu empfangen?

Nein, die Entscheidung, ob Sie die face-to-face-Behandlung durchführen, liegt natürlich bei Ihnen und muss von Ihnen anhand der Kriterien „Dringlichkeit einer Behandlung im persönlichen Kontakt“ und „Größe des Ansteckungsrisikos“ abgewogen und entschieden werden. Dies gilt übrigens auch außerhalb der Corona-Krise: Eine Verpfichtung gibt es nicht.

Was tun, wenn ich als Therapeut*in mit Covid-19 infiziert bin oder der Verdacht besteht?

Als infizierte*r Therapeut*in müssen Sie dies zunächst dem Gesundheitsamt melden, worauf eine häusliche Quarantäne angeordnet werden wird.

Es ist davon auszugehen, dass Sie den Praxisbetrieb im Homeoffice weiterführen können, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Hinweise zu den Voraussetzungen und Abrechnungsmodalitäten finden Sie auf den FAQ-Seiten zur Videosprechstunde.

Falls Sie sich nicht in der Lage sehen, berufstätig zu sein, informieren Sie sich in unseren FAQ zum Thema Entschädigung.

Wie mache ich das mit der Versichertenkarte, wenn ein/e Patient/in innerhalb eines Quartals nur per Video behandelt wird?

Man muss unterscheiden zwischen bekannten und neuen Patient*innen.

  1. Bei bekannten Patient*innen legt man ein sogenanntes Ersatzverfahren an, denn die Daten sind ja schon vorhanden. Im PVS gibt es dafür den Reiter „Scheine“ und dort dann die Option „Ersatzverfahren“.
  2. Bei neuen Patient*innen muss man sich die Versichertenkarte entweder in der Kamera zeigen lassen und die Daten abschreiben. Dafür gibt es dann auch die Ziffer 01444:

Zitat:

„01444 Zuschlag für die Authentifizierung eines unbekannten Patienten
Einmal im Behandlungsfall als Zuschlag zur Grundpauschale 10 Punkte = 1,08 Euro.
Da die erforderlichen Stammdaten nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfasst werden können, wird diese Gebührenordnungsposition zeitlich befristet bis zum 30. September 2021 in den EBM aufgenommen. Anschließend sollen neue technische Verfahren den Zusatzaufwand zu Authentifizierung in der Praxis obsolet machen.“

Oder, falls zeitnah der Erstkontakt per Telefon freigegeben wird, gibt es die Möglichkeit, dass der/die Patient/in seine Daten per Telefon oder postalisch durchgibt – und eine Kopie der Karte übermittelt.

Ist es erlaubt, dass ich die Praxis schließe, weil ich von Corona betroffen bin?

Praxen müssen nur dann geschlossen werden, wenn durch das Gesundheitsamt ein schriftlicher Bescheid mit der Anordnung zur Schließung übermittelt wird. Praxen, die aufgrund einer rein mündlichen Empfehlung schließen, können keinen Anspruch auf Entschädigung geltend machen. Quelle: https://www.kvhessen.de/coronavirus/faq/#c4951

Meine Angestellte ist in Quarantäne. Muss ich ihr Entgelt weiterhin zahlen?

Hier kommt es zunächst darauf an, ob der Arbeitnehmer tatsächlich an Covid-19 erkrankt ist oder ob die Quarantäne nur als „Vorsichtsmaßnahme“ angeordnet wurde.

In letzterem Fall besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung, da es an einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit im Sinne des § 3 EFZG fehlt. Der Arbeitnehmer kann aber gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz („IfSG“) einen Entschädigungsanspruch gegen die Behörden haben, wenn ein Beschäftigungsverbot gemäß § 31 IfSG angeordnet wurde. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass gemäß § 56 Abs. 5 IfSG zunächst der Arbeitgeber verpflichtet ist, diese Entschädigungszahlungen an den Arbeitnehmer auszuzahlen. Der Arbeitgeber kann diese Zahlung dann aber auf Antrag von den Behörden zurückverlangen.

Ist der Arbeitnehmer in Quarantäne tatsächlich an Covid-19 erkrankt und daher arbeitsunfähig, besteht aufgrund dieser Erkrankung ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung gemäß § 3 EFZG. Ob dann eine Erstattung von Entgeltfortzahlungskosten durch die Behörden verlangt werden kann, ist bislang nicht geklärt. Aus unserer Sicht empfiehlt es sich für den Arbeitgeber, zumindest einen Antrag auf Übernahme der Entgeltfortzahlungskosten gegenüber der Behörde zu stellen.

Quelle: Sondernewsletter auf der Internetseite der auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwaltspraxis BRP

Übernehmen die privaten Krankenkassen auch die Kosten für Telefonbehandlungen?

Ja, Privatversicherte können zunächst noch bis zum 30.09.2021 längere telefonische Beratungen erhalten, wenn eine psychotherapeutische Behandlung dringend erforderlich, aber aufgrund der Pandemie in der Praxis oder per Videotelefonat nicht möglich ist. Statt bisher 40 Minuten sind nur noch 30 Minuten Telefonberatung je Termin abrechenbar. Innerhalb eines Kalendermonats können seit Jahresbeginn bis zu viermal 30-minütige telefonische Beratungen erstattet werden. 

Im März teilte der Verband der Privaten Krankenversicherung PKV mit, dass die tariflichen Bestimmungen der meisten PKV-Verträge keinerlei Einschränkungen bei der Behandlung privat Versicherter via Videosprechstunde vorsehen.

Weiter heißt es dort: „Auch einer – ggf. analogen – Abrechnung der einschlägigen Ziffern der ärztlichen Gebührenordnung GOÄ steht nichts im Wege. In der PKV sind Videosprechstunden seit jeher nach Maßgabe der medizinischen Notwendigkeit im vereinbarten Umfang ohne Budgetbeschränkungen möglich.“

Die GOÄ kenne die „Beratung auch mittels Fernsprecher“ nach der Nr. 1 und die „Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung – auch mittels Fernsprecher“ nach GOÄ-Nr. 3. Von daher seien auch telefonische Sprechstunden gebührenrechtlich unproblematisch.“

Bei der Behandlung von PKV-Versicherten gilt nun – zunächst bis zum 30.09.2021:

  1. Es kann weiterhin der Hygienezuschlag A245 zum einfachen Satz (6,41 Euro) für jede face-to-face Sitzung / jedes persönliche Gespräch in der Praxis abgerechnet werden.
  2. Alle Leistungen, auch Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung, können per Video erbracht werden.

Doch Achtung: Für längere telefonische Beratungen wird die mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ nach Ablauf des 2. Quartals nicht mehr möglich sein! Aufgrund der gesunkenen Infektionszahlen hätten die Beteiligten keine Notwendigkeit einer weiteren Verlängerung der Abrechnungsempfehlung mehr gesehen, teilte uns nun auf unsere ausdrückliche Nachfrage hin die Bundesärztekammer mit. Es bestehe allerdings nach wie vor die Möglichkeit, (auch längere) Beratungsleistungen per Telefon regulär über die Nr. 3 bzw. 1 GOÄ (ggf. mit einem erhöhten Gebührensatz) abzurechnen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen:

Link zur Bundesärztekammer: https://www.bundesaerztekammer.de/corona-pandemie/abrechnungsempfehlungen-im-rahmen-der-corona-pandemie/

 

Welche Maßnahmen muss ich als Arbeitgeber*in zum Schutz von Angestellten ergreifen?

Die arbeitgeberseitige Fürsorgepflicht verpflichtet zur Ergreifung von Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, soweit diese zumutbar sind. Interne Hygienevorschriften wie die Desinfektion von Türgriffen und Aufzugknöpfen in regelmäßigen Abständen können erforderlich sein. Manche Unternehmen gehen derzeit dazu über, bestimmte Betriebsabteilungen räumlich voneinander zu trennen, um im Falle einer Erkrankung an Covid-19 die Verbreitung verhindern zu können. Gut ist jetzt  die Herausgabe eines Informationsblatts, in dem typische Infektionsrisiken und deren Vermeidung erklärt werden. Entsprechende Hinweise sollten sein: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife, Ellenbogenvorhalten bei Husten und Niesen, Vermeiden von Gesichtsberührungen, usw.

Hier finden Sie einen nützlichen Aushang der KBV.

Quelle: BRP-Maßnahmen zum Schutz von Angestellten

Siehe auch unsere FAQs zum Thema Infektionsschutzgesetz.

Muss ich Angestellte weiter bezahlen, wenn die Praxis aufgrund eines Ansteckungsverdachts behördlich geschlossen wird?

Der Arbeitgeber trägt das Betriebsrisiko auch bei einer Praxisstilllegung aufgrund einer behördlichen Anordnung. Unternehmen, die in hygienesensiblen Bereichen tätig sind (ärztliche Praxen, Gastronomiebetriebe, etc.), schließen zu diesem Zweck oft eine sogenannte Betriebsschließungsversicherung ab. Ob diese auch im Falle des Covid-19-Virus greift, wäre dann im Einzelfall anhand der Versicherungsbedingungen zu überprüfen. Greift kein Versicherungsschutz, können Lohnkosten vorübergehend durch die Anordnung von Kurzarbeit und den Bezug von Kurzarbeitergeld durch die Arbeitsagentur ausgeglichen werden. Sprechen die Behörden im Zusammenhang mit der Betriebsschließung gegenüber den Arbeitnehmern Beschäftigungsverbote aus, sollte hierfür eine Entschädigung gemäß § 56 IfSG beantragt werden.

Quelle: BRP-Vergütungspflicht Angestellte

 

 

Wie läuft die Lohnfortzahlung für meine Mitarbeiter, wenn sie aufgrund von Krankheit oder Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ansteckung nicht zur Arbeit kommen?

Sofern eine Erkrankung aufgrund des Corona-Virus vorliegt, muss, wie auch bei allen anderen Erkrankungen, maximal für 6 Wochen der Lohn fortgezahlt werden. In Psychotherapeutischen Praxen kommt dafür größtenteils die Umlageversicherung U1 auf, denn es handelt sich um Kleinunternehmen.

Sobald der/die Mitarbeiter/in selbst entscheidet, aufgrund der Coronakrise zu Hause zu bleiben, kann der/die Mitarbeiter/in unbezahlt freigestellt werden. Wenn Sie das Fortbleiben vom Arbeitsplatz aber anordnen, müssen Sie auch weiterhin den Lohn bezahlen.

Wenn der/die Angestellte sich in Quarantäne befindet, lesen Sie bitte auf dem Blog des Virchowbundes: Meine Angestellte ist in Quarantäne. Muss ich Ihr Entgelt weiterhin zahlen?

In meiner Praxis gibt es sehr viele Terminabsagen. Darf ich meine Praxis zeitweise schließen und Kurzarbeit anmelden?

Ja, wenn Sie wegen der wirtschaftlichen Lage schließen oder Kurzarbeit anordnen müssen. Für jede Praxis muss allerdings individuell geprüft werden, ob die Voraussetzungen zur Kurzarbeit erfüllt werden. Genauere Informationen zum Thema Kurzarbeit finden Sie zum Beispiel auf den Seiten der Arbeitsagentur.

Allerdings werden auch die KVen die Praxen unterstützen, wenn es erhebliche Verdienstausfälle gibt. Diese Stützmaßnahmen greifen aber nur dann, wenn Sie die Praxis nicht vollständig schließen.

Was mache ich mit neuen Patient*innen, die nicht in die Praxis kommen können?

Hierfür gibt es nun eine Neuregelung, die nun erneut verlängert wurde bis 30.09.2021.

Die Verbände haben sich mit Erfolg dafür eingesetzt, um die Möglichkeit der Videobehandlung auch für den Erstkontakt Psychotherapeutische Sprechstunde und auch für die Probatorik zuzulassen.

Nicht vergessen: Die Sprechstunde mit V kennzeichnen, die Probatorik mit U, außerdem die 01450 zufügen und bei ausschließlichem Videokontakt im Quartal die Pseudo-GOP 88220 hinzufügen. Wenn Patient*innen in einem Quartal nicht in die Praxis kommen, dann muss keine Karte eingelesen und auch kein VSDM durchgeführt werden. Man legt dann einfach einen Ersatzverfahren-Schein an.

Übrigens: Was auf alle Fälle immer per Videokonferenz erbracht werden kann, das sind die 10-Minuten-Gesprächsziffern der Fachkapitel.

Gibt es konkrete Hinweise zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen für psychotherapeutische Praxen?

Die gibt es: Links dazu finden Sie unten.

Generell gilt weiterhin: Soweit es die äußeren Umstände erlauben, müssen wir Psychotherapeut*innen physisch für Patientinnen und Patienten erreichbar bleiben. Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante auch vor Ort besonders wichtig, betont die KBV. Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt. Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen wir Therapeut*innen selbst abwägen. Das heißt natürlich: kritisch prüfen, ob es unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist. Um Infektionsrisiken in den Praxen zu reduzieren (z. B. durch Hygiene-Regeln), sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Hilfreiche Informationen sind auf den Informationsseiten der KBV, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Robert Koch-Institutes (RKI) zu finden:

Allgemeine Informationen zu Hygiene-Regeln des BZgA

Informationsseite der KBV zum Coronavirus

Informationsseite der KBV zur Videosprechstunde

Hygienemaßnahmen für nicht-medizinische Einsatzkräfte (Info-Grafik des RKI):

› Häufige Fragen beantwortet das RKI

Der bvvp hat im internen Mitgliederbereich für Sie zudem das bvvp Info kompakt zu Hygiene hinterlegt.