FAQ zur Telefonbehandlung

Gibt es eine Übersicht über die aktuellen Corona-Sonderregelungen?
Vorstandsmitglied Ulrike Böker hat unter dem Titel „Corona-Sonderregelungen: Was bleibt, was geht und warum?“ zusammengeselltt, was sich bei den Corona-Sonderregelungen für Video- und Telefonbehandlung seit dem 01.07.2020 geändert hat. Corona-Überblick Update: Am 16.09.2020 wurden die Corona-Sonderregelungen auch für das 4. Quartal verlängert, sodass sie nun bis 31.12.2020 gelten.

Stand: 16.09.2020

Wurden die Corona-Sonderregelungen, die für PrivatpatientInnen gelten, verlängert?

Die Bundesärztekammer hat die Abrechnungsempfehlung zur Videobehandlung vom 05.05.2020, die zunächst befristet waren bis 30.06.2020, bis zum 30.09.2020 verlängert: Bundesärztekammer-Corona-Pandemie.

Die Fristen für pandemiebedingte Telefonate endete am 31.7., die Berechnung aufwändiger Hygienemaßnahmen wurden verlängert bis zum  30.09.2020.

Eine ausführliche Mitgliederinfo zu den Corona-Sonderregelungen für die Abrechnung von PrivatpatientInnen finden Mitglieder im internen Bereich mein bvvp unter PDF-Dokumente.

Die Veröffentlichung im Ärzteblatt finden Sie unter:
Bundesärztekammer Bekanntmachung Abrechnungsempfehlungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie.

Weitere Erläuterungen gibt es auf der Homepage der Bundesärztekammer:
Bundesärztekammer Gebührenordnung Erläuterungen zu den Abrechnungsempfehlungen.

 

Stand: 04.09.2020

Stimmt es, dass die Corona-Sonderregeln bis auf die Telefonkonsultation bis 30.12. verlängert wurden?

Ja, die 20-Prozent-Obergrenzen für Videobehandlungen bleiben bis 31.12.2020 ausgesetzt. Auch psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie sind weiterhin per Video möglich. Gruppentherapie kann weiterhin unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Seit 1. Juli ist die Telefonkonsultation 01433 nicht mehr möglich!

 

 

Gibt es Ausnahmeregelungen für die Private Krankenversicherung und die Beihilfe im Rahmen der Corona-Krise?

Die Abrechnungsempfehlung zur Videobehandlung wurde verlängert bis 30.09.2020, die Fristen für pandemiebedingte Telefonate und zur Berechnung aufwändiger Hygienemaßnahmen wurden nicht verlängert und endeten am 31.07.2020. Bundesärztekammer Bekanntmachung Abrechnungsempfehlungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie.

Bundesärztekammer, PKV-Verband und Beihilfekostenträger hatten Anfang Mai 2020 gemeinsame Abrechnungsempfehlungen zur Analogabrechnung für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen und zu telemedizinischen Leistungen bei Erbringung im Rahmen der COVID-19-Pandemie beschlossen. Außerdem hatte die Bundesärztekammer eine Abrechnungsempfehlung zur mehrfachen Berechnung der Nr. 3 GOÄ für längere telefonische Beratungen erlassen, dies in Abstimmung mit dem PKV-Verband.

Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie zusammengefasst: Coronaregelungen für PKV und Beihilfe

Die vollständige Bekanntmachung der Bundesärztekammer finden Sie hier: Bundesärztekammer Bekanntmachung Abrechnungsempfehlungen.

 

Stimmt es, dass die Regelungen zur Ausweitung der telefonischen Konsultationen Ende Juni endeten?

Ja, die 10-Minuten-Gesprächsziffer, die am Telefon erbracht werden konnte (die 01433, die mit 154 Punkten bewertet war und damit 16,92 Euro je 10 Minuten einbrachte)

galt leider nur bis 30.06.2020, seit 01. Juli 2020 ist es somit nicht mehr möglich, PatientInnen per Telefon zu behandeln!

Hier können Sie die Mitteilung der KBV vom 19.06.2020 lesen: KBV-Praxisnachrichten.

Stand: 9.09.2020

Darf ich bei neuen PatientInnen psychotherapeutische Leistungen am Telefon erbringen?

Die schlechte Nachricht: Die Regelung, die seit April die Nutzung der Telefon-Ziffer 01433 ermöglichte, die mit 154 Punkten bewertet war und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbrachte, wurde nicht verlängert, sodass es seit dem 01.07.2020 nicht mehr möglich ist, PatientInnen per Telefon zu behandeln!

Die Ziffer durfte allerdings auch nur bei bekannten PatientInnen angesetzt werden. Als „bekannt“ galten PatientInnen, wenn sie in den letzten sechs Quartalen oder dem laufenden Quartal mindestens einmal in der Praxis waren.

Stand 9.09.2020

Welche digitalen Anwendungen sind denn jetzt genau erlaubt und welche sind verboten?

Die KBV hat am 24. März ihre Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband veröffentlicht: Sprechstunde und probatorische Sitzungen per Video.

Demnach gilt nach wie vor: Die Anwesenheit des Patienten oder der Patientin hat Vorrang, Videotherapie bleibt nur in Ausnahmefällen gestattet.

– Es bleibt fast überall erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie – zeitlich befristet – ausschließlich in Thüringen  freigegeben. In Baden-Württemberg ist sie beschränkt erlaubt für 1 Therapeuten/in und höchstens 4 PatientInnen pro Sitzung. Auch in Bremen ist sie seit 04.05.2020 unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Wir haben hierzu eine Übersicht über die KV-Regelungen zur Gruppentherapie erstellt und bemühen uns, diese stets aktuell zu halten.

– Gruppenpsychotherapien können unkompliziert 1 zu 1 in Einzelsitzungen (eine Gruppetherapiesitzung von 100 Minuten entspricht einer Einzeltherapiestunde von 50 Minuten) umgewandelt werden, ohne dass hierfür ein Antrag bei der Kasse notwendig wäre. Diese Regelung wurde mit Wirkung vom 1. Juli an um ein weiteres Quartal – also bis zum 30. September – verlängert. Auch für das 4. Quartal gilt weiterhin diese Regelung, sie wurde am 16.09.2020 bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

– Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen können per Videosprechstunde erbracht werden. Auch das wurde mit Wirkung vom um ein weiteres Quartal – also bis 31. Dezember – verlängert.

– Die Akutbehandlung hingegen ist weiterhin nicht frei gegeben.

Die Voraussetzung für die Genehmigung zur Erbringung psychotherapeutischer Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der PatientInnen: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Aber:

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, PatientInnen den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben, beispielsweise wenn dem Patienten oder der Patientin ein Aufsuchen der Praxis nicht zumutbar ist.

Eine Übersicht zu den Vergütungen der einzelnen Leistungen der Videosprechstunde in den KVen finden Sie hier:
Übersicht Vergütung der Videosprechstunde

Zur Telefonsprechstunde: Eine 10-Minuten-Gesprächsziffer, die am Telefon erbracht werden kann, wurde zum 1. April eingeführt. Diese ist die 01433, die mit 154 Punkten bewertet ist und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbringt. Diese Leistung, darüber informierte die KBV, blieb, im Gegensatz zur Nutzung der Videosprechstunde befristet auf das zweite Quartal 2020, die Abrechnungsfähigkeit endete also am 30. Juni.

 

Darf ich die psychotherapeutischen Gesprächsleistungen des Kapitels 35 noch per Telefon abrechnen?

Nein, die Ziffer 01433, die mit 154 Punkten bewertet wurde und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbrachte, wurde zum Ende des 2. Quartals ausgesetzt, gilt also seit 1. Juli 2020 nicht mehr!

Eine ausführliche Mitgliederinfo zu der neuen Regelung finden Mitglieder im internen Bereich unserer Homepage. Die erläuternde Mitteilung der KBV vom 19.06.2020 können Sie hier lesen: KBV-Praxisnachrichten.

Wenn es um die Fortführung einer Richtlinienpsychotherapie geht, könnten PatientInnen ihre Krankenkasse nach Darstellung der persönlichen Situation um eine Einzelfallentscheidung bitten. (… Es sei nicht zumutbar, dass er/sie als Patient/in aus der Risikogruppe zum Psychotherapeuten, zur Psychotherapeutin ggf. auch noch mit öffentlichem Nahverkehr fahre. Das sei auch unter Haftungsgesichtspunkten seitens der Kasse nicht zu vertreten …). Der Psychotherapeut/die Psychotherapeutin könnte –  natürlich nur, wenn es so stimmt – eine Bescheinigung ausstellen, dass das Fortführen der Psychotherapie per Telefon medizinisch (dringend, zwingend) nötig sei und dass dafür jetzt in diesem Einzelfall eine Abrechnungsmöglichkeit geschaffen werden sollte.

 

Übernehmen die privaten Krankenkassen auch die Kosten für Video- und Telefonbehandlungen?

Am 25. März teilte der Verband der Privaten Krankenversicherung PKV mit, dass die tariflichen Bestimmungen der meisten PKV-Verträge keinerlei Einschränkungen bei der Behandlung privat Versicherter via Videosprechstunde vorsehen.

Weiter heißt es dort: „Auch einer – ggf. analogen – Abrechnung der einschlägigen Ziffern der ärztlichen Gebührenordnung GOÄ steht nichts im Wege. In der PKV sind Videosprechstunden seit jeher nach Maßgabe der medizinischen Notwendigkeit im vereinbarten Umfang ohne Budgetbeschränkungen möglich.“

Die GOÄ kenne die „Beratung auch mittels Fernsprecher“ nach der Nr. 1 und die „Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung – auch mittels Fernsprecher“ nach GOÄ-Nr. 3. Von daher seien auch telefonische Sprechstunden gebührenrechtlich unproblematisch.“ Und:

„Sowohl die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie als auch die Verhaltenstherapie können – unter Beachtung der berufsrechtlichen Sorgfaltspflichten – über Kommunikationsmedien erbracht werden. Allerdings ist dabei die Muster-Berufsordnung der Psychotherapeuten zu beachten, die eine ausschließliche Fernbehandlung von unbekannten Patienten ausschließt. Gesprächsleistungen von Neurologen, Nervenärzten oder Psychiatern aus dem psychischen bzw. psychiatrischen Behandlungsbereich können ebenfalls per Videosprechstunde erbracht und mit den einschlägigen Gebühren berechnet werden.“

Neuigkeiten gibt es zur Abrechenbarkeit von psychotherapeutischen Leistungen, die telefonisch erbracht werden.

In einem Gespräch zwischen PKV und dem Vorstand der Psychotherapeutenkammer NRW am 2. April wurde vereinbart: PT-Leistungen sollten zwar auch während der Corona-Krise weiterhin in persönlichem Kontakt in den Praxen erfolgen, können PatientInnen aber nicht erscheinen, und ist die Leistung nicht über die Videosprechstunde – mittels zertifizierter Anbieter – zu erbringen, so ist die telefonische Erbringung der Leistungen als Ultima Ratio zu sehen und also möglich.

Informationen zu Beihilfeleistung bei der Fernbehandlung entnehmen Sie bitte der FAQ-Frage: Kann ich Video- oder Telefonsprechstunden bei der Beihilfe abrechnen?

Kann ich auch Telefonbehandlungen machen und wie werden diese vergütet?

Für die Möglichkeit, in dieser besonderen Situation Telefonbehandlungen durchführen zu können, die angemessen vergütet werden, haben sich auch der bvvp und andere psychotherapeutische Berufsverbände stark gemacht – mit ersten Erfolgen. Die ersten KVen hatten Telefonbehandlungen ermöglicht. Nun wurde zum ersten April rückwirkend nach Verhandlungen zwischen der KBV und den Kassen eine 10-Minuten-Gesprächsziffer verabschiedet, die am Telefon erbracht werden kann. Diese neue Ziffer ist die 01433, die mit 154 Punkten bewertet ist und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbringt.

Wie die KBV am 19.06.2020 mitteilte, wird diese Regelung nicht verlängert, sodass es ab dem 01.07.2020 nicht mehr möglich ist, PatientInnen per Telefon zu behandeln!
Die aktuelle Mitteilung der KBV vom 19.06.2020 können Sie hier lesen: KBV-Praxisnachrichten.

Die Leistung war zunächst befristet auf das zweite Quartal 2020. Eine ausführliche Mitgliederinfo zu der neuen Regelung finden Mitglieder im internen Bereich unserer Homepage.

In einer PDF-Datei, die regelmäßig aktualisiert wird, haben wir eine stetig aktualisierte Übersicht zur Abrechenbarkeit der Telefonsprechstunde zusammengestellt. Diese steht natürlich nun unter dem Vorbehalt einer zu erwartenden Anpassung der KV-Regelungen an die bundeseinheitlichen Regelungen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer KV nach.

Auch die KBV hat eine PraxisInfo_zu den Einzelheiten der Telefonkonsultationen herausgegeben. Zusätzlich erhalten Sie Infos zum Ersatzverfahren, also, wie Sie die Versichertendaten auch ohne Einlesen der Karte erfassen können. Ein weiteres KBV-Dokument fasst alle KBV Coronavirus-Sonderregelungen in einer Übersicht  zusammen.

Stand: 19.06.2020