FAQ zur Videosprechstunde

Kann ich Video- oder Telefonsprechstunden bei der Beihilfe abrechnen?
Hier gibt es seit Ende März Neuerungen: Videobehandlungen sind unter bestimmten, eingeschränkten Bedingungen abrechnungsfähig. Wörtlich schreibt das das Bundesverwaltungsamt auf seiner Homepage „Aus Fürsorgegründen werden wegen der aktuellen Lage Psychotherapien als Videosprechstunde ausnahmsweise anerkannt, wenn keine anderen Möglichkeiten bestehen und bereits ein persönlicher Erstkontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung stattgefunden hat. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut muss unter Berücksichtigung der individuellen Krankheits- und Lebensumstände entscheiden, ob eine Videosprechstunde durchgeführt werden kann. Eine Videosprechstunde ist bei folgenden Aufwendungen von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossen: probatorische Sitzungen, psychotherapeutischer Akutbehandlung, Gruppenpsychotherapie und Hypnosebehandlungen. Aufwendungen für ausschließlich telefonisch erbrachte Leistungen sind nicht beihilfefähig.“
Lässt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, DGUV, auch Videobehandlungen zu?

Ja, in einem Rundschreiben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an die beteiligten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vom 17.03.2020 wurde mitgeteilt, es sei „bis auf weiteres zulässig die psychotherapeutischen Behandlungen im Rahmen des Psychotherapeutenverfahren der DGUV auch im Rahmen sog. Videosprechstunden durchzuführen“.

Die Therapie wird vom Unfallversicherungsträger oder D-Arzt über das sogenannte „Psychotherapeutenverfahren“eingeleitet.

Ich biete einigen PatientInnen die Videosprechstunde an, die Internetverbindung ist aber zum Teil so schlecht, dass ich Therapiesitzungen abbrechen muss. Was soll ich tun?

Bitte greifen Sie zum Telefon, wenn die Technik streikt! Abgerechnet werden kann die Behandlung in diesem Fall trotzdem als Videositzung.

Gibt es irgendwo eine Übersicht zum Vorgehen bei der Videosprechstunde in den verschiedenen KVen?

Ja, es gibt inzwischen eine interessante Zusammenstellung der KBV, in der sie das Vorgehen bei der Videosprechstunde in den verschiedenen KVen zusammengetragen hat.

Grundlegende, aktualisierte Infos der KBV, um Videosprechstunden anzubieten, finden Sie hier: KBV-Videosprechstunde.

 

Welche digitalen Anwendungen sind denn jetzt genau erlaubt und welche verboten?

Die KBV hat am 24. März ihre Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband veröffentlicht: Sprechstunde und probatorische Sitzungen jetzt auch per Video.

Demnach gilt nach wie vor: Die Anwesenheit des Patienten oder der Patientin hat Vorrang, Videotherapie bleibt nur in Ausnahmefällen gestattet.

– Es bleibt erlaubt, Gruppenpsychotherapien in der Praxis – unter Einhaltung aller Vorschriften des Infektionsschutzes – durchzuführen. Per Video ist die Gruppensychotherapie nicht freigegben.

– Neu ist: Gruppenpsychotherapien können – befristet bis zum 30.06.2020 – unkompliziert 1 zu 1 in Einzelsitzungen (eine Gruppetherapiesitzung von 100 Minuten entspricht einer Einzeltherapiestunde von 50 Minuten) umgewandelt werden, ohne dass hierfür ein Antrag bei der Kasse notwendig wäre.

– Neu ist auch: psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen können per Videosprechstunde erbracht werden.

– Die Akutbehandlung hingegen ist weiterhin nicht frei gegeben.

Die Voraussetzung für die Genehmigung zur Erbringung psychotherapeutischer Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Aber:

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben, beispielsweise wenn dem Patienten oder der Patientin ein Aufsuchen der Praxis nicht zumutbar ist.

Eine Übersicht zu den Vergütungen der einzelnen Leistungen der Videosprechstunde in den KVen finden Sie hier:
Übersicht Vergütung der Videosprechstunde

zur Telefonsprechstunde: Einige KVen haben die Leistungen für die sie ausgeweitet, die regelhaft für die Durchführung der Richtlinienpsychotherapie verboten bleibt. Allerdings:

Nun wurde zum ersten April rückwirkend nach Verhandlungen zwischen der KBV und den Kassen eine 10-Minuten-Gesprächsziffer verabschiedet, die am Telefon erbracht werden kann!

Diese neue Ziffer ist die 01433, die mit 154 Punkten bewertet ist und damit 16,92 Euro je 10 Minuten erbringt.

Die Leistung, darüber informiert die KBV, ist zunächst befristet auf das zweite Quartal 2020. Eine ausführliche Mitgliederinfo zu der neuen Regelung finden Mitglieder im internen Bereich unserer Homepage.

In einer PDF-Datei, die regelmäßig aktualisiert wird – zuletzt am 07.04.2020 – haben wir eine Übersicht zum Umgang der Landes-KVen mit der Forderung nach der Freigabe von Telefonsprechstunden zusammengestellt. Diese steht natürlich nun unter dem Vorbehalt einer zu erwartenden Anpassung der KV-Regelungen an die bundeseinheitlichen Regelungen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer KV nach.

 

Gibt es Sonderregelungen für die Videobehandlung?

Ja!

Die KBV hat nun die Psychotherapeutische Sprechstunde und die Proabtorik für Videobehandlungen frei gegeben. Die Sonderregelung gilt zunächst bis zum 30.6.2020.

Die KBV schreibt dazu:

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Quelle: KBV – Sprechstunde und probatorische Sitzungen jetzt auch per Video

 

Bitte teilen Sie mir mit, welche Videodienstanbieter Ihnen sinnvoll erscheinen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir hierzu keine Empfehlung ausspechen können. Die KBV hat eine Liste der zertifizierten Anbieter veröffentlicht. KBV: Liste zertifizierter Videodienstanbieter

Derzeit hören wir leider von einer Reihe von Anbietern, dass die Server teilweise sehr überlastet sind. Diese Meldungen ändern sich immer wieder kurzzeitig. Aus diesem Grund setzen wir uns weiter in allen Gremien, in denen wir vertreten sind, für eine Öffnung in Richtung „Ermöglichen von telefonischen Kontakten“ ein.

Es macht Sinn, sich die Bedingungen der einzelnen Anbieter auf deren Homepage anzusehen. Wichtig: Zertifizierte Anbieter sind zugelassen und nachgewiesen sicher! Das ist zunächst ganz unabhängig von den Kosten.

Ob es Service- oder Qualitätsunterschiede geben wird, wenn sich die Lage beruhigt hat, vermögen wir leider nicht zu sagen.

Für die Videosprechstunde benötigen Sie keinen TI-Anschluss. Die technischen Voraussetzungen sind laut KBV:

  • ein Bildschirm (mindestens 3 Zoll, Auflösung von mindestens 640×480 px)
  • eine Kamera
  • ein Mikrofon
  • ein Lautsprecher bzw. ein Tonwiedergabegerät

Es muss mindestens eine Bandbreite von 2.000 kbit/s im Download zur Verfügung stehen.

Auch zur Art der notwendigen Installation lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen machen. Die Anbieter erläutern das Vorgehen allerdings jeweils auf ihren Homepages.

 

Bisher ist die Teilnahme der Patienten bei Videobehandlung freiwillig. Falls ein Patient nicht per Video kommunizieren will, bin ich dann gesetzlich gezwungen, ihn persönlich zu empfangen?

Nein, die Entscheidung, ob Sie die face-to-face-Behandlung durchführen, liegt natürlich bei Ihnen und muss von Ihnen anhand der Kriterien „Dringlichkeit einer Behandlung im persönlichen Kontakt“ und „Größe des Ansteckungsrisikos“ abgewogen und entschieden werden. Dies gilt übrigens auch außerhalb der Corona-Krise, dass es keine Verpfichtung gibt.

Wie mache ich das mit der Versichertenkarte, wenn ein/e Patient/in innerhalb eines Quartals nur per Video behandelt wird?

Man muss unterscheiden zwischen bekannten und neuen PatientInnen.

  1. Bei bekannten PatientInnen legt man ein sogenanntes Ersatzverfahren an, denn die Daten sind ja schon vorhanden. Im PVS gibt es dafür den Reiter „Scheine“ und dort dann die Option „Ersatzverfahren“.
  2. Bei neuen PatientInnen muss man sich die Versichertenkarte entweder in der Kamera zeigen lassen und die Daten abschreiben. Dafür gibt es dann auch die Ziffer 01444:

Zitat:

„01444 Zuschlag für die Authentifizierung eines unbekannten Patienten
Einmal im Behandlungsfall als Zuschlag zur Grundpauschale 10 Punkte = 1,08 Euro.
Da die erforderlichen Stammdaten nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfasst werden können, wird diese Gebührenordnungsposition zeitlich befristet bis zum 30. September 2021 in den EBM aufgenommen. Anschließend sollen neue technische Verfahren den Zusatzaufwand zu Authentifizierung in der Praxis obsolet machen.“

Oder, falls zeitnah der Erstkontakt per Telefon freigegeben wird, gibt es die Möglichkeit, dass der/die Patient/in seine Daten per Telefon oder postalisch durchgibt – und eine Kopie der Karte übermittelt.

Übernehmen die privaten Krankenkassen auch die Kosten für Videobehandlungen?

Am 25. März teilte der Verband der Privaten Krankenversicherung PKV mit, dass die tariflichen Bestimmungen der meisten PKV-Verträge keinerlei Einschränkungen bei der Behandlung privat Versicherter via Videosprechstunde vorsehen.

Weiter heißt es dort: „Auch einer – ggf. analogen – Abrechnung der einschlägigen Ziffern der ärztlichen Gebührenordnung GOÄ steht nichts im Wege. In der PKV sind Videosprechstunden seit jeher nach Maßgabe der medizinischen Notwendigkeit im vereinbarten Umfang ohne Budgetbeschränkungen möglich.“

Die GOÄ kenne die „Beratung auch mittels Fernsprecher“ nach der Nr. 1 und die „Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung – auch mittels Fernsprecher“ nach GOÄ-Nr. 3. Von daher seien auch telefonische Sprechstunden gebührenrechtlich unproblematisch.“ Und:

„Sowohl die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie als auch die Verhaltenstherapie können – unter Beachtung der berufsrechtlichen Sorgfaltspflichten – über Kommunikationsmedien erbracht werden. Allerdings ist dabei die Muster-Berufsordnung der Psychotherapeuten zu beachten, die eine ausschließliche Fernbehandlung von unbekannten Patienten ausschließt.

Gesprächsleistungen von Neurologen, Nervenärzten oder Psychiatern aus dem psychischen bzw. psychiatrischen Behandlungsbereich können ebenfalls per Videosprechstunde erbracht und mit den einschlägigen Gebühren berechnet werden.“

Informationen zu Beihilfeleistung bei der Fernbehandlung entnehmen Sie bitte der FAQ-Frage: Kann ich Video- oder Telefonsprechstunden bei der Beihilfe abrechnen?

Ist die Videosprechstunde eine Alternative?

Angesichts der möglichen Einschränkungen (Quarantäne) könnte eine Videosprechstunde als Alternative zum Behandlungsausfall in Frage kommen.
Zuvor sollte aber die Indikation der Fernbehandlung geprüft werden, denn neben dem Vorteil des Ansteckungsschutzes gibt es auch einige Nachteile.

Beachten Sie bitte, dass die Videosprechstunde bei der jeweiligen KV angezeigt werden muss. Wir haben für Sie eine Liste der Landes-KVen mit Links zu den Übersichtsseiten in einer Tabelle zusammengestellt.

Detailliertere Informationen zur Nutzung finden Sie in unserem bvvp-Info Kompakt zur Videosprechstunde auf der Mitgliederseite mein bvvp.

Auch die PKV erstattet Kosten für Online-Therapie: Welche Kosten übernimmt die PKV?

Psychotherapeutische Leistungen über Video dürfen nur aus der Praxis heraus und mit zertifizierten Videodienstanbietern durchgeführt werden. Die Liste finden Sie hier.

Regelungen zu den technischen Voraussetzungen der Videobehandlung finden Sie ebenfalls auf den Seiten der KBV.

Eine Übersicht zur Vergütung der möglichen Leistungen im Rahmen der Videosprechstunde ist hier zusammengestellt.