FAQ zu Privatpatienten

Kann ich Videosprechstunden bei der Beihilfe abrechnen?

von Ingrid Kaech
  • 31. März 2020

Ja, Videobehandlungen sind unter eingeschränkten Bedingungen abrechnungsfähig.

Wörtlich schreibt das Bundesverwaltungsamt auf seiner Homepage.

“Psychotherapien per Videosprechstunde werden anerkannt, wenn keine anderen Möglichkeiten bestehen. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut muss unter Berücksichtigung der individuellen Krankheits- und Lebensumstände entscheiden, ob eine Videosprechstunde durchgeführt werden kann.”

Die telemedizinische Behandlung von Privatpatient*innen ist nun dauerhaft abrechnungsfähig. Psychotherapeutische Leistungen können auch über die Pandemie hinaus per Video erbracht werden – das hat der Vorstand der Bundesärztekammer als Abrechnungsempfehlung im Dezember 2021 beschlossen. Diese Änderung betrifft die Leistungen nach den Nummern 801, 804, 806, 807, 808, 817, 835, 846, 849, 855, 856, 857, 860, 861, 863, 865, 870, 885 und/oder 886 GOÄ, die nun unbefriststet analog berechnungsfähig sind, wenn Sie mittels Videoübertragung erbracht werden. Außerdem wurde die Anzahl der analog berechnungsfähigen Ziffern im Bereich der Videobehandlungen erweitert um die einmalige Fremdanamnese (Nr. 835 GOÄ), die Besprechung mit dem nichtärztlichen Psychotherapeuten über die Fortsetzung der Behandlung (Nr. 865 GOÄ) sowie um Testverfahren (Nrn. 855 – 857 GOÄ).

Selbstverständlich ist vor jeder Leistungserbringung zu prüfen, ob es sinnvoll ist, diese mittels Videoübertragung zu erbringen.

Eine mögliche Analogabrechnungsempfehlung gruppentherapeutischer Leistungen und der Akuttherapie auch in der GOÄ/GOP soll 2022 mit den Berufsverbänden diskutiert werden. Der bvvp hatte sich gegenüber der Bundesärztekammer positiv zu allen angedachten Analogabrechnungen positioniert. In diesem Zusammenhang soll außerdem auf eine Ergänzung der Abrechnungsempfehlungen der Bundesärztekammer zu telemedizinischen Leistungen vom 14./15.5.2020 verwiesen werden. Darin geht es um die Beschlüsse zur analogen Berechnungsfähigkeit der Nrn. 4 GOÄ (Erhebung der Fremdanamnese über einen Kranken und/oder Unterweisung und Führung der Bezugsperson(en) mittels Videoübertragung – im Zusammenhang mit der Behandlung eines Kranken –) und 15 GOÄ (Einleitung und Koordination flankierender therapeutischer und sozialer Maßnahmen mittels Videoübertragung während der kontinuierlichen ambulanten Betreuung eines chronisch Kranken). Beides hat der Vorstand der Bundesärztekammer in seiner Sitzung vom 10.12.2021 ebenfalls verabschiedet. Auch diese Beschlüsse werden dann zeitnah auf der Homepage der Bundesärztekammer sowie im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht.

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung, dass die Hygieneziffer zum Ende des Jahres 2021 auslaufen sollte, wurde sie nun doch ein weiteres Mal verlängert. Allerdings mit einer großen Veränderung, dass eine andere Analogziffer zum Ansatz gebracht werden soll. Die Organisationen schreiben dazu: „Nach Abstimmung mit dem PKV-Verband und den Beihilfekostenträgern zu einer erneuten Verlängerung der Analogabrechnungsempfehlung für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie haben die Kostenerstatter einer Verlängerung der sogenannten Hygieneziffer nur unter der Maßgabe zugestimmt, dass künftig auf Grundlage der Nr. 383 GOÄ analog zum 2,3-fachen Satz (= 4,02 Euro) abgerechnet wird.“

Weitere Informationen erhalten Sie demnächst auf den Seiten der Bundesärztekammer. Mitglieder finden mehr in unseren Info Kompakt-Mitgliederinfos im internen Bereich „Mein bvvp“.

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Ingrid Kaech

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