FAQ Maskenpflicht

Müssen PsychotherapeutInnen Masken tragen?

von Ingrid Kaech
  • 6. Mai 2020

Grundsätzlich gilt die Maskenpflicht für psychotherapeutische Praxen nur, wenn die Pflicht auch für Arztpraxen  – denen die psychotherapeutischen Praxen gleichgestellt sind – in der Verordnung des jeweiligen Bundeslandes explizit benannt werden.

Manche KVen haben inzwischen strenge Anordnungen zur Maskenpflicht erlassen oder Präzisierungen vorgenommen. Viele haben nur Empfehlungen für Arztpraxen ausgesprochen, die sich aber vorrangig auf somatische Praxen beziehen, in denen im Anmeldebereich und auch im Wartezimmer der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann. In psychotherapeutischen Praxen, in denen es keinen Anmeldebereich gibt, in denen der Aufenthalt im Wartezimmer komplett vermieden und der Mindestabstand im Behandlungszimmer gewahrt werden kann, stellt sich die Situation vollkommen anders dar. Es bleibt in diesem Fall also in der Verantwortung des Einzelnen, wie er oder sie sich zu den Empfehlungen verhält und mit welchen Regelungen und Vorsichtsmaßnahmen er oder sie den bestmöglichen Hygieneschutz garantiert und sich gleichzeitig wohl fühlt bei der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. Natürlich gelten die Hygiene- und Abstandsvorschriften weiterhin.

Zu dem unterschiedlichen Umgang der einzelnen Bundesländer mit den Mund-Nase-Bedeckungen haben wir eine Tabelle zusammengestellt: Übersicht zur Maskenpflicht. (Stand:14.05.2020)

Sicher ist: Eine Maske ersetzt NICHT den Mindestabstand, sodass Gruppen weiterhin nicht durchgeführt werden können, wenn dieser nicht gewährleistet werden kann.

Viele KollegInnen empfehlen, statt der textilen Mund-Nase-Maske, die die nonverbale Kommunikation mit den PatientInnen massiv einschränkt, ein Gesichtsvisier (siehe Bild) aus transparentem Kunststoff zu nutzen. Auch eine Trennscheibe aus Plexiglas – ein sogenannter Spuckschutz – kann einen gewissen – beschränkten ! Schutz bieten. (Hier ein paar Hinweise zum Bezug solcher Hilfsmittel, die wir von Mitgliedern erhalten haben. Dies sind ausdrücklich keine Empfehlungen. Für die verlinkten Seiten übernehmen wir keine Gewähr. Matthias Kuhn Kunststofftechnik & Design GmbH, art-decor oder auch Selbstbauanleitungen als Video vom Städtischen Klinikum Görlitz, für Plexiglasscheiben Firma Lobotec in Witten oder Otto Office.)

Allerdings bleibt das Problem der feinen Ärosolen in der Luft bestehen. Regelmäßiges Lüften bleibt ohnehin weiterhin unabdingbar ist. Und wir dürfen nicht verschweigen, dass vor der Nutzung von Gesichtsvisieren als Ersatz für die textile Mund-Nasen-Schutzbedeckung von anderer Seite gewarnt wird. So schreibt die Stadt Köln:
„Visiere sind kein Ersatz für die in § 12a CoronaSchVO geforderte Mund-Nase-Bedeckung. Ein Visier ist eine für bestimmte Fälle notwendige Ergänzung der persönlichen Schutzausrüstung im medizinischen Bereich. Es wird zusammen mit einem qualifizierten Mund-Nasen-Schutz getragen. Ein Visier ohne Mund-Nasen-Schutz schützt seinen Träger in Bezug auf COVID-19 nur vor direkt anfliegenden Partikeln, nicht jedoch vor der gesamten Partikelwolke ( z.B. Husten), weil es an drei Seiten offen ist.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt diese Aussage auf Nachfrage von KollegInnen: „Die Verwendung von Visieren kann (…) nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden.“ Und diese Auffassung deckt sich mit der des Robert-Koch-Instituts: „Die Verwendung von Visieren kann (…) nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB (Anm: Mund-Nasen-Bedeckung) angesehen werden.“

Es gibt eine vom Bayerischen Ministerium als Mund-Nase-Bedeckung zugelassene durhcsichtige Maske, die Smile-by-ego-Maske. Diese Maske lehnt sich stark an die Faceshields an, ist aber so konstruiert, dass deren Nachteile beseitigt werden.

Generell gilt: Bei der Frage nach dem Umgang mit der Mund-Nase-Maske sollten Sie die  offiziellen Informationen der Länder und Kommunen ebenso berücksichtigen wie die Empfehlungen und Hinweise der Psychotherapeutenkammern und Kassenärztlichen Vereinigungen in Ihrer Region und sich mit Ihren PatientInnen über Ihr jeweiliges Schutzbedürfnis verständigen.

(Stand: 25.10.2020, 12.00 Uhr)

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Ingrid Kaech

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