FAQ zur Telefonbehandlung

Darf ich bei neuen Patient*innen psychotherapeutische Leistungen am Telefon erbringen?

von Ingrid Kaech
  • 8. April 2020

Ja, Patient*innen, die über keine Möglichkeit verfügen, persönlich in die Praxis zu kommen oder die Videosprechstunden zu nutzen, können Sie über Telefon behandeln. Dafür wird die Telefonziffer 01433 genutzt. Zu beachten ist aber, dass es in einigen KVen dadurch zur Absenkung der Quotierung der Leistungen aus der MGV kommt. Mitglieder finden zu den Abrechnungsdetails eine Mitglieder-Information im internen Bereich der Homepage „Mein bvvp“.

Die Ziffer darf allerdings auch weiterhin nur bei bekannten Patient*innen angesetzt werden. Als „bekannt“ gelten Patient*innen, wenn sie in den letzten sechs Quartalen oder dem laufenden Quartal mindestens einmal in der Praxis waren.

Auch Privatversicherte dürfen längere Behandlungen per Telefon erhalten. Statt bisher 40 Minuten sind allerdings nur noch 30 Minuten Telefonberatung je Termin abrechenbar. Innerhalb eines Kalendermonats können seit Jahresbeginn bis zu viermal 30-minütige telefonische Beratungen erstattet werden. Diese leicht geänderte Sonderregelung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2021 und ist zunächst bis zum Jahresende 2021 befristet.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Patient*innen können pandemiebedingt die Praxis nicht aufsuchen oder es ist ihnen pandemiebedingt nicht zumutbar. Es steht dem Patienten / der Patientin keine Videoübertragungsmöglichkeit zur Verfügung und die Versorgung kann anderweitig nicht erfolgen. Die Begründungen sind in der Rechnung anzugeben.

Weitere Informationen erhalten Mitglieder in unserem Info Kompakt „20210923 Info Aktuell: Wichtige Beschlüsse des Bewertungsausschusses“ im internen Bereich „Mein bvvp“.

Bei der Behandlung von PKV-Versicherten gilt:

  • Es kann weiterhin der Hygienezuschlag A245 zum einfachen Satz (6,41 Euro) für jede face-to-face Sitzung / jedes persönliche Gespräch in der Praxis abgerechnet werden.
  • Alle Leistungen, auch Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung, können per Video erbracht werden.

Doch Achtung: Für längere telefonische Beratungen wird die mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ nach Ablauf des 2. Quartals nicht mehr möglich sein! Aufgrund der gesunkenen Infektionszahlen hätten die Beteiligten keine Notwendigkeit einer weiteren Verlängerung der Abrechnungsempfehlung mehr gesehen, teilte uns nun auf unsere ausdrückliche Nachfrage hin die Bundesärztekammer mit. Es bestehe allerdings nach wie vor die Möglichkeit, (auch längere) Beratungsleistungen per Telefon regulär über die Nr. 3 bzw. 1 GOÄ (ggf. mit einem erhöhten Gebührensatz) abzurechnen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen:

Link zur Bundesärztekammer: https://www.bundesaerztekammer.de/corona-pandemie/abrechnungsempfehlungen-im-rahmen-der-corona-pandemie/

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Ingrid Kaech

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