Im Fokus

Der bvvp ist nicht nur eine Organisation, die Sie in allen Belangen Ihrer psychotherapeutischen Arbeit unterstützt – hier treffen Sie auch auf Menschen, die deutschlandweit mit Kopf und Herz dafür kämpfen, dass Ihre Interessen vertreten werden! Wir stellen sie vor, nehmen aktuelle Themen in den Blick und geben Servicetipps rund um Ihren Praxisalltag.

Fünf Fragen an Vorstandvorsitzenden Benedikt Waldherr

Fünf Fragen an Vorstandvorsitzenden Benedikt Waldherr
Was waren die wichtigsten Themen 2018 für uns Psychotherapeuten?

In den letzten Monaten des Jahres 2018 war das wichtigste Thema das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) und die schwierigen Regelungen zum Zugang zum Psychotherapeuten. Die Petition des bvvp gegen diesen Passus in § 92 Absatz 6 a hat viele Kollegen, Patienten aber auch generell betroffene Menschen in ganz Deutschland motiviert, sich mit ihrer Unterschrift unter die Petition zu Wort zu melden. Mit über 200.000 Unterzeichnern ist diese Petition der bisherige Rekordhalter unter allen Petitionen, die je beim Deutschen Bundestag eingegangen sind. Weitere wichtige Themen waren natürlich die Einführung der Telematik Infrastruktur und die Diskussion um die Ausbildungsreform für die kommenden Generationen von Psychotherapeuten.

Ihr Highlight des Jahres 2018?

Für mich persönlich war natürlich der Riesenerfolg unserer Petition das Highlight des Jahres 2018. Dahinter sind andere wichtige Themen wie die Entwicklung einer neuen Homepage für unseren Verband sowie der stetige Zuwachs an neuen Mitgliedern oder die Neuorganisation unserer Bundesgeschäftsstelle fast in den Hintergrund getreten. Für den bvvp war das Jahr 2018 insgesamt sehr erfolgreich. Wir haben uns für die Zukunft neu aufgestellt und werden diesen Prozess fortführen. Ein weiterer wichtiger Schritt für unsere Zukunft ist es, uns für neue Kollegen zu öffnen.

Die wichtigsten Herausforderungen 2019?

Eine zentrale Herausforderung ist es natürlich, gemeinsam mit der Politik im TSVG eine sinnvolle Regelung für die Verbesserung des Zugangs bestimmter Patientengruppen zur Psychotherapie zu entwickeln. Hier fordern wir allerdings mehr Kooperation und Koordination. Die freie Arztwahl muss auch im Feld der Psychotherapie kompromisslos erhalten werden. Die sicherlich größte Herausforderung 2019 wird die Reform der Psychotherapieausbildung sein. Nach unseren Informationen steht die Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs im Januar 2019 unmittelbar bevor. Aber ganz entscheidend ist für uns auch zum Beispiel die gesetzliche Sicherung des Nachwuchses an ärztlichen Psychotherapeuten.

Worüber können wir uns freuen?

Sicherlich über die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verbänden, gerade beim Thema TSVG und der Unterstützung unserer Petition. Ohne die rückhaltlose Unterstützung unserer Koalitionspartner DPtV und VAKJP und 25 weiterer psychotherapeutischer Verbände, wäre der Erfolg der Petition nicht denkbar. Wir können uns auch darüber freuen, dass das Thema Psychotherapie und psychotherapeutische Versorgung mit der Diskussion um das TSVG und den Aktivitäten zum Zugang zur Psychotherapie in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Es gab selten ein Thema aus dem Bereich Psychotherapie, das ein solches Medienecho und eine so hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit geweckt hat. Im Übrigen freue ich mich auch darüber, dass der bvvp in diesem Jahr 25 Jahre alt wird und auf eine lange erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann – ein Grund zum Feiern!

Ihre Wünsche für das neue Jahr?

Weiterhin gute Zusammenarbeit zwischen den Verbänden der Psychotherapeuten. Nur Solidarität und gemeinsames Handeln machen uns stark. Weiter wünsche ich mir natürlich einen konstruktiven Dialog mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Politik insgesamt zum Thema psychotherapeutische Versorgung. Man kann über die Politik von Herrn Spahn Kritisches sagen, aber wir müssen ihm zu Gute halten, dass er ehrliche Diskussionsbereitschaft signalisiert hat und die Flexibilität besitzt, mit uns, der Profession der Psychotherapeuten aller Fachrichtungen, gemeinsam konstruktive Lösungen zu erarbeiten.

Zahl des Monats

35 Tage

So lange waren Frauen und Männer in Deutschland im Jahr 2017 durchschnittlich arbeitsunfähig aufgrund einer psychischen Erkrankung.

Statista 2018

Vorstandsmitglied Mathias Heinicke unterwegs für den bvvp

Vorstandsmitglied Mathias Heinicke unterwegs für den bvvp

Mit der Sackkarre unterwegs, um Großes zu bewirken! Eine schöne Aufgabe, bei der Übergabe der Unterschriftenliste der Petition im Bundestag zu helfen. So darf Vorstandsarbeit Kraft kosten.

Vorstandsmitglied Mathias Heinicke unterwegs für den bvvp

Im Gespräch

Ausverkauf der Arztpraxen?

Die Anzahl Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) hatte zum Jahreswechsel 2017/2018 einen neuen Rekord erreicht. So waren vor einem Jahr 2821 dieser Versorgungszentren in Deutschland zugelassen – mit etwas mehr als dort beschäftigten 18-tausend Ärztinnen und Ärzten. Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent. Die FAZ berief sich bei ihren Informationen auf Informationen der KBV.
Mehr Infos entnehmen Sie unserem Newsletter 12/2018.

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Info des Monats

Videobehandlung auch für Psychotherapeuten

In Zukunft können die Möglichkeiten der Videobehandlung auch in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung genutzt werden. Diese Leistung soll nun auch für Psychotherapeuten eingeführt werden, die bisher keine Videobehandlungen anbieten konnten. Die bisher im Einheitlichen Bewertungsmaßstab enthaltene Vorgabe von Krankheitsbildern wird entfallen. So steht es im Kabinettsentwurf des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes, das nun beschlossen wurde. Das Gesetz soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Weitere Informationen in unserem Mitglieder-Newsletter 9/2018

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