Im Fokus

Der bvvp ist nicht nur eine Organisation, die Sie in allen Belangen Ihrer Arbeit unterstützt – hier treffen Sie auch auf Menschen, die mit Kopf und Herz dafür kämpfen, dass Ihre Interessen vertreten werden! Wir stellen sie vor, nehmen aktuelle Themen in den Blick und geben Servicetipps.

Drei Fragen an Dr. Andreas Kramer, kooptiertes Mitglied des Bundesvorstands

Drei Fragen an Dr. Andreas Kramer, kooptiertes Mitglied des Bundesvorstands
Herr Dr. Kramer, Sie sind Co-Landesvorsitzender des bvvp Bayern und seit Kurzem kooptiertes Mitglied des Bundesvorstands. Welche Perspektive möchten Sie dort einbringen?

Als niedergelassener Ärztlicher Psychotherapeut und Co-Landesvorsitzender des bvvp Bayern möchte ich die Erfahrungen aus der täglichen Versorgung in die Bundespolitik einbringen. Die ärztliche Psychotherapie verbindet psychotherapeutische und medizinische Kompetenz und bereichert die Versorgung um eine eigenständige fachliche Perspektive. Gleichzeitig sollten psychotherapeutisch tätige Ärztinnen und Ärzte ihre spezialisierten Kompetenzen dort einsetzen können, wo sie den größten Nutzen für Patientinnen und Patienten entfalten.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Arbeit im Landesvorstand prägen Ihr berufspolitisches Verständnis?

Ich verstehe Berufspolitik als demokratisches Werkzeug, mit dem wir unsere beruflichen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten können. Von nichts kommt nichts – wer Veränderungen erreichen will, muss sich einbringen. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig verständliche Kommunikation ist. Gesundheitspolitik wird immer komplexer. Umso wichtiger ist es, Entwicklungen sachlich einzuordnen, unterschiedliche Positionen fair darzustellen und den Austausch mit unseren Mitgliedern aktiv zu fördern.
Die langjährige Expertise und Detailkenntnis sowie die Vernetztheit des bvvp schaffen dabei die Grundlage für ein fundiertes und gut informiertes Selbstbewusstsein unserer Mitglieder, und das ist unerlässlich für die Interessenvertretung unseres Berufsstandes.

Wofür möchten Sie sich im Bundesvorstand besonders einsetzen?

Ich wünsche mir Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen statt sie zu verhindern. Gute Psychotherapie wird zunehmend zu einem selbstverständlichen und wertvollen Bestandteil unserer sich weiter entwickelnden Gesellschaft. Sie lebt von Eigenverantwortung, fachlicher Vielfalt, Authentizität und individuellen therapeutischen Haltungen. Gerade diese Vielfalt macht ihre Stärke aus. Berufspolitik sollte dies schützen und verhindern, dass durch Überregulierung und Detailsteuerung Einengung erfolgt. So bleibt Raum für neue Ideen und die Weiterentwicklung unseres Fachs.

Zahl des Monats

108 Tage

Hätten Sie es gewusst?
Nach aktuellen Auswertungen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) lag die Wartezeit zwischen der ersten psychotherapeutischen Sprechstunde und dem Beginn einer genehmigten Psychotherapie im Jahr 2025 im Median bei 108 Tagen. Im Jahr 2019 betrug diese noch 93 Tage.

KVB: https://www.kvb.de/ueber-uns/pressearbeit/09062026

Für den bvvp unterwegs

Für den bvvp unterwegs

Unermüdlich unterwegs in Sachen Kürzungsprotest … Hier bei der großen Demonstration am 8. Juni 2026 in Berlin gegen die Honorarkürzung in der Psychotherapie und die Eingriffe durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
Rechts neben mir: Elodie Singer aus dem Berliner bvvp-Vorstand und die Vorstandsbeauftragte Ariadne Sartorius.
Es gilt: Wir bleiben laut!

Für den bvvp unterwegs

Info des Monats

DMP Depression aktualisiert: Koordinierende Funktion auch für Psychologische Psychotherapeut*innen

Das Disease-Management-Programm Depression wird aktualisiert. Die Anpassungen des G-BA betreffen unter anderem die Koordination, Patientenschulungen, körperliches Training sowie Qualitätsziele und die Dokumentation. Die KBV konnte erreichen, dass erstmalig auch Psychologische Psychotherapeut*innen die Koordination in Ausnahmefällen übernehmen können. Mehr darüber lesen Sie hier.